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Volume Nr. 26, 30. Juni 1901

Full text: Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain) Ausgabe 1901, X. Jahrgang, Nr. 1-52 (Public Domain)

ser. 26 
—E 
hätigkeit noch nicht ganz erloschen, so kann durch reichliche Zu— 
uhr von atmosphärischer Luft das giftige Gas durch die Lunge 
rusgeschieden, und der normale Zustand wiederhergestellt werden. 
daß hier der reine Sauerstoff mehr leisten muß, als die atmo⸗ 
phãrische Luft, liegt auf der Hand; ebenso klar ist es, daß die 
Zauerstoffinhalationen sich auch bei anderen Rauch⸗ und Gas— 
ergiftungen gut bewähren werden. 
zZerliner JHustrirte Zeitung. 
iuch, daß viele feinfühlende Frauen das Tragen von „kostbarem“ 
S„chmuck als unfein und protzig erklärten. 
Dem Goldschmied blieb nur das Handwerksmäßige zu thun. Die 
venigen immer wiederkehrenden Muster wurden gleich von den 
Fabriken fertig geliefert. Die Fassung der Juwelen beanspruchte in 
den allermeisten Füllen nur eine rein handwerksmäßige Fertigkeit, 
aubere, akkurate Arbeit, wie sie jeder gut gelernte Handwerker liefern 
sonnte. Die Schablone herrschte unbeschränkt, die Nüchternhei 
and die prahlerische Aufzeichnung des „Wertvollen“ triumphiert 
modernes Inhalations·heilvertahren für Erkrankungen der Atmungsorgane. An der Decke der grosse Inhalator. 
Die Inhalanten können sich im Inhalationsraum beliebig bewegen und beschäftigen. 
NModeryer Schmauck. 
Wohl auf keinem Gebiete des Kunsthandwerks und 
es Kunstgewerbes ist der vollkommene Umschwung der 
etzten zehn Jahre deutlicher erkennbar, als in der edlen 
Goldschmiedekunst“. 
Endlich ist der Goldschmied wirklich einmal wieder 
ein „Schmied des Goldes“, ein selbst⸗ oder doch nach— 
chaffender Künstler geworden. Endlich wird das edelste 
Metall wieder als Schmuck der Frau in schöne 
rormen geschmiedet, bedeutet es nicht blos etwas als 
ding an sich, als teure Masse, die in barbarischer 
hrotzerei mit ihrem in Mark und Groschen aus— 
udrückenden Wert prahlt, — oder als Fassung für 
dle Steine und Perlen ... 
Der Schmuck den die letzten fünfzig Jahre hervor— 
zrachten, war für jedes Künstlerauge, für jedes Schönheits⸗ 
zefühl geradezu unerträglich. — Als Goldschmuck wirkte 
x entweder ärmlich und geschmacklos — wir erinnern 
nuur an die unvermeidlichen Medaillons — runde oder 
wale Goldvylatten mit der obligaten Verlen⸗ oder, wenns 
Apparate für Sool- und 
voch kam, Brillantenverzierung darauf, an die „Brochen“ 
nit den ärmlichen Blatte oder Ornamentenverzierungen 
ind an die mehr oder minder groben Kettenarmbänder, 
sie den ungalanten Vergleich mit einer — Sklaven⸗ 
der Sträflingsfessel so nahe legten. Auch die Edel—⸗ 
zeine wurden in gleich barbarischer Weise als Wert⸗ 
fück an sich zur Geltung gebracht. Man umgab ein⸗ 
ach einen Brillant, eine Perle oder einen Farbstein mit 
inem Kreis andersartiger Juwelen, dder besetzte die un— 
ermeidlichen Halbmonde, Balken oder Hufeisen dicht 
nit edlen Steinen, um durch diese Anhäufung eine 
runkvolle Wirkung zu erzielen. Daher kam es denn 
Und nun sehe man sich einmal diese „modernen“ 
Schmuckstücke an. Hier sind die Juwelen nicht Selbst— 
weck, sondern nur Mittel zum Zweck; das Gold ist 
icht köstlich, weil es eben Gold ist, — denn in diesem 
Zinne ist ja auch ein Zwanzigmarkstück, ein einfacher 
dlumpen Gold köstlich, — sondern weil es wieder in den 
dienst des künstlerischen Gedankens getreten ist. Künstler 
nd Goldschmied vereinten sich, um wahre Wunder— 
— —— 
lusführung gleich vollendet sind. Nicht die Kostbarkeit 
es Materials bedingt hier in erster Linie den Wert des 
„chmuckes — werden doch auch Silber, Halbedelsteine, 
Elfenbein ꝛc. zu 
en prachtvollsten 
Stücken verwen⸗ 
det —, sondern 
die wahrhaft ent⸗ 
zückende Ausfüh— 
cung. Da ist z. B 
er Anhänger aus 
Silber mit dem 
Blatt⸗ und Beeren⸗ 
motiv. Es ist nur 
simples Silber, es 
ind nur rund— 
geschliffene Gra⸗ 
raten, die für die 
Beeren verwendet 
ind, aber welch 
ein reizendes 
Schmuckstück ist da 
geschaffen. Der 
andere Anhänger 
zeigt eine entzückende Frauengestalt aus Elfenbein auf 
der Wurzel einer goldenen Lilienpflanze stehend, deren 
Blüte sie ergriffen hat. Eine silberne Schlange ringelt 
ich um sie, und auf ihrem Busen glänzt matt eine 
rinzige Perle. Mit welcher Feinheit, welcher Delikatesse 
st das alles erdacht und ausgeführt. Der Schirmgriff in 
Silber ist natürlich dem Zweck entsprechend etwas 
nassiver gehalten, aber auch er zeigt das echt Künst⸗ 
lerische in jeder Linie. Das rein moderne Ornament 
in Gold mit eigenartiger Hämmerung zeigen die 
Gürtelschnallen, die mit seltsam grünlich schimmernden 
Bernsteinperlen verziert sind, sowie die feingearbeiteten 
Anstecker, stylisierte Blüten und Blattmotive in ent— 
zückender Ausführung, die außerdem noch sehr diskret 
ind doch mit reichster Wirkung große Perlen und 
Finzelreihen kleiner Brillanten als Verzierung tragen. 
Diese Stücke erregten seinerzeit auf der Pariser 
Weltausstellung berechtigtes Aufsehen als Dokumente 
zßauerstoff- und Ozon⸗Inhalation. 
Medikament⸗Inhalation. 
Zaudeor & Labiseh. 66p0—
	        
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