Zerlin. 20. Januar 1901.
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X. Jahrgang. Er. 3.
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Zweihundert Jahre Rönigreich. —
könig Friedrich J.
1701
König Friedrich Wilhelm J.
1713
konig Friedrich Wilhelm III. Koͤnig Friedrich
1797 Wilhelm IV. 1840
Zweihundert Jahre! Eine lange Spanne Zeit, die auch im
wroßen Buche der Weltgeschichte einen gewichtigen Platz aus
llt. Um wieviel mehr im Leben eines Volkes, wenn diese
weihundert Jahre einen Entwicklungsgang von kleinen Au—
ängen bis hinauf zu leuchtender Höhe bedeuten.
Nur ein Benjamin unter den Staaten Europas war
Preußen, als Kurfürst Fredrich III. von Brandenburg sich in der
Schloßlirche zu Koͤnigsberg als Friedrich J. die Königskrone
zuf's Haupt setzte. Daß er's durfte, verdankte er der gewaltigen
Persönlichkeit seines Vaters, des Großen Kurfürsten, der aus
zen Wirren seiner Zeit als der einzige Mann hervorgeragt, der
ie Ehre des deutschen Namens siegreich gegen Schweden,
Frauzosen und Polen verteidigt hatte. So gering die Macht⸗
mittei des kleinen Staates auch waren, so groß war das
voörgfische Gewicht. das er in die Waoschale au werfen hatte.
ILEL
1998990
kKonig Friedrich II.
1740
Rönig Friedrieh Wilhelm II.
1786
könig Wirhelm 1. Ronig Friedrieh III.
1861 1888
Es kann nicht behauptet werden, daß die Zunahme des
moralischen Ansehens des Königreichs Preußen in gleichem
Maße Schritt gehalten hatte mit dem Prunk und Pomp, mit
welchem Friedrich J. seine Hofhaltung umkleidete. Die Armee
rreilich bewährte im spanischen Erbfolgekriege ihren alten Ruf,
auch Umfang und Einwohnerzahl des Staates vermehrten sich,
iber die Finanzen waren beim Tode des Könias, 1713. in
zerrüttetem Zustande.
Ordnung in sie hinein brachte sein Nachfolger, Friedrich
Wilhelm J., der Soldatenkönig. Er schuf jene ehrenfeste,
spartanische Richtung in der Staatsverwaltung, die seitdem
charakteristisch für den preußischen Beamten geworden ist. Er
arbeitete unablässig an der Vervollkommnung der Armee, wenn
seln Sinn auch mehr auf das Schematische, den Gamaschen—
Fenst gerichtet war. Durch die Einfachheit seiner Hofhaltung