Zeriner JPlustritte Zeĩtung
Nr. 22
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Signalisleren mit Winkflaggen in der deutschen Marine. Obige sieben Stellungen ergeben aneinandergereiht das Uort „Ichtung!“
Uebermittlung der Befehle, sobald es sich um längert
Sätze handelt, sehr viel schneller von statten geht, als
mittels Flaggen.
Das Signalisieren mit Winkflaggen ist gewissermaßen
eine Abart dieses Systems.
Man läßt eben an die Stelle jener Eisenarme die
Arme eines Menschen treten und giebt ihm, um die
Bewegung leichter bemerkbar zu machen, zwei, an kurzen
Stangen befestigte Flaggen in die Hand.
Diese Art des Signalisierens kann natürlich nur
auf verhältnismäßig geringe Entfernungen von Schiff
zu Schiff angewendet werden, ermöglicht aber dafür in
solchen Fällen eine sehr rasche Verständigung. Die
Arme bezw. Winkflaggen eines im Semaphorieren ge—
übten Mannes fliegen bei einem solchen Gespröch in
der Luft umher, daß es dem Laien kaum möglich er⸗
scheint, ihnen mit den Augen zu folgen resp. die Be
deutung der einzelnen Stellungen so rasch zu erfassen
Aber ebenso blitzichnell kommt auch schon von drüben in
der gleichen Weise die Antwort.
Personal, recht langwieriges Verfahren: Nelsons be—
rühmtes Signal vor Trafalgar zum Beispiel — Eng-
land expects, that evyery man will do his duty*) —
in dieser Weise ausgedrückt, erfordert eine
recht respektable Anzahl von Flaggen.
Man hat daher versucht, hier praktischere
Maßnahmen zu treffen.
Erreicht wurde dies erstens dadurch,
daß man häufig wiederkehrende Signale
— Anker lichten, ankern, Boote klar,
klar zum Gefecht ꝛc. — durch bestimmte
Flaggengruppen ausdrückte und zum
Zeichen, daß es keine Buchstabensignale
ein sollten, einen bestimmten Wimpel
iber das Signal setzte ꝛc, zweitens aber
ührte man auch andere Signalsysteme
ein, die eine raschere Abgabe ganzer Sätze
ermöglichten.
Ein solches System stellt das heut
n allen Flotten gebräuchliche Signalisieren
uit dem Semaphor sowie seine Abart,
das Signalisteren mit Winkflaggen dar,
yon welch' letzterem unsere Bilder einen
Begriff geben. Der sogenannte Semaphor
hdesteht aus am Mast des Schiffes be—
festigten eisernen Armen, nach Art der—
enigen, die dem Landbewohner von den
Ein⸗ und Ausfahrtssignalen unserer Eisenbahnen
jer bekannt sind. Jede Stellung dieser — natürlich
neweglichen — Arme zu einander entspricht einem
Buchstaben. Es lassen sich so verhältniß—
näßig sehr rasch ganze Sätze auf weite Ent—
*) „Eugland erwartet, daß jederman seine
Pflicht thut.“
Ein Pechlpferd.
Uebungen mit Säbel und Lanze an Gliedergruppen
sind in der Armee nichts Neues, aber bisher waren
solche Gliedergruppen feststehend und ließen durch ihre
AUnbeweglichkeit nicht die Illusion von wirklich lebenden
In einer franzoslsschen Ravallerle⸗Schule:
ß812ermes Fechtpferd nach altem Svustem.
UUcc—,,,— — — — — — ———e——,—————3———
Französische Ravallerie-Schule: Das neu kRonstruierte Fechtplerd mit beweglichen Gliederpuppen.