Berliner Ilustrirte Zeitung.
Nr. 2
Zum 2oo jahrigen Jubilaum des Ronigreiehes Preussen.
hohenzollemm · Festspiele im heuen Rgl. Opernhaus zu Berlin: Rurfürst Friedrich III. von Brandenburg erklärt, die Königswürde annehmen 2zu wollen (170).
darstellt. Die erste Scene stellt die Entsendung des
Burggrafen von Nürnberg in die aus tausend Wunden
blutende Mark durch Kaiser Sigismund dar, die letzte
eine Episode aus der Schlacht bei Sedan,der sich eine
schwungvolle Apotheose, die Kaiserkrönung in Versailles
anschließt. Mit unleugbarem Geschick hat der Versasser
den spröden, historischen, überreichen Stoff in den Rahmen
einer aͤbendfüllenden Aufführung gezwängt, und sich
dabei mit Glück im großen und ganzen von der
datriotischen Phrase freizuhalten gewußt Die Sprache
erhebt sich stellenweise zu dichterischem Schwung und
in einzelnen Scenen zuckt ein dramatischer Nerv. So
namentlich in den, Friedrich dem Großen gewidmeten
Scenen vor und nach der Schlacht bei Leuthen, in dem
vorletzten Bilde „An mein Volk“, in welchem auch der
Berliner Volkshumor zu seinem Rechte kommt. Alles
in allem eine patriotische Festdichtung besserer Qualität.
Und dies ist umsomehr anzuerkennen, als man in den
letzten Jahren nach dieser Richtung hin nicht allzu ver⸗
wöhnt geworden ist
Die erste Aufführung in Berlin fand am 3 Januar
im Neuen Königlichen Opernhause (Kroll) statt. An
400 Dilettanten aus der Bürgerschaft hatten sich dem
Komits zur Verfügung gestellt. Die Regie des Herrn
hohenzollern· Festspiele:
Der erste hohenzoller, Burggraf Friedrich VI. von Nürnberg, nimmt die Statthalterwürde der Mark an (410).
den Lord zu ihren Ehrenbürger. Der Ehrenbürgerbrief
zesindet sich in einer wundervollen Edelmetallkassette
nit Emailleverzierungen, welche der Leistungsfähigkeit
der englischen Edelmetallindustrie ein sehr rühmliches
Zeugniß ausstellt.
Aller dieser Ehrungen aber dürfte Lord Roberts
aicht eher recht froh werden, bis nicht wieder „bessere“
Nachrichten aus Südafrika einlaufen, denn alle die
nglischen Mißerfolge in jüngster Zeit gehen doch
gewissermaßen noch auf seine Rechnung.
Hohenyzollery⸗Pesbspiele.
Am 18. Januar jährt sich der Tag, an welchem
»or 200 Jahren Kurfürst Friedrich II. als König
Friedrich J. sich in Königsberg die Königskrone aufs
Haupt setzte. Die Erinnerung an diesen Tag wird
ielerorten in Preußen festlich begangen werden. In
Berlin hat sich ein Komitee aus allen Kressen der Ge—
ellschaft konstituiert, das die Aufführungen eines Fest—
spiels von Axel Delmar in die Wege leitete, welches
in großen Zügen, in neun dramätischen Scenen, die
Zauptmomente der brandenburgisch-preußischen Geschichte
Friedrich der Grosse
und seine Generale vor der Schlacht bei Leuthen (1757).
Aufnahmen von Georg Busise, Berlin