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Band Nr. 15, 14. April 1901

Volltext: Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain) Ausgabe 1901, X. Jahrgang, Nr. 1-52 (Public Domain)

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Berliner 
Illustrirte Zeitunę 
1901. Unterhaltungs⸗Beilage. r. 15. 
kin Abenteuer in den Bergen. 
Aus den Erinnerungen eines Polizeibeamten 
von E. Krickeberg. 
83. Fortsetzung.) Machdruck verboten.) 
Das rechte Unheil aber fing erst an, als Franzl 
ines Tages die Bärbel gesehen hatte, die 
»en Vater besuchte .. 
.Sie ist nicht uneben, das sehen Sie 
„Herr, und sie braucht wahrhaftig keinen 
aufaus zum Manne zu nehmen, der Bursche 
ber bildele sich ein, er müßte sie haben und 
eitdem ihm Rudi das rundweg abgeschlagen 
atte, ging er mit Feindseligkeiten gegen ihn 
im, in der ersten Zeit freilich so versteckt, 
aß mein Sohn nichts davon merkte. 
Der Franzl ist ein schlauer Hund, der 
neinen vertrauensseligen Jungen geschickt zu 
iehmen wußte. Wenn er kam, um Geld zu 
orgen, so gab's ihm Rudi ohne Arg, denn 
im Lohntage hatte er es ihm noch immer 
ichtig zuruckgezahlt, obwohl es von Woche 
u Woche mehr wurde, nach der Absage aber 
orgte er und zahlte nicht mehr zurück. Das 
rgerte meinen Sohn, denn es war sein sauer 
erdientes Geld, das er nötig genug zum 
eben brauchte, und konnte er ja etwas zurück⸗ 
egen, so war's zur Aussteuer für sein Bärbel. 
Ind dem Säufer sollte er es in den Hals 
verfen? Als Franzl dann wieder zu borgen 
am, gab er ihm nichts mehr Es wäre etwas 
inderes, wenn der Franzl sich in Not befände, 
agte er ihm, aber seine paar Kreuzer seien 
him zu gut dazu, als Schnaps durch die 
Hurgel eines unverbesserlichen Taugenichtses 
—— zu werden. Der Franzl solle ihm 
exst das andere zurückzahlen. 
Mein Sohn hat einen Fehler, er ist jäh— 
ornig, wenn er schwer gereizt wird. Sie waren 
um Essen in der Kantine, als das vor sich 
zing. Rudi hatte laut gesprochen, so daß die 
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dollegen es gehört haben mußten, das ergrimmte 
rranzl, und in seiner rohen Weise nahm exvohne 
geiteres den schweren Bierkrug und warf ihn dem 
RKudi an den Kopf, daß dem sofort das Blut über das 
Besicht kef. — Da packte meinen Sohn der Zorn; mit 
inem Satz war er über den Tisch, hatte mit seiner 
Bärenkraft den Franzl, der klein und vom Trinken aus— 
gemergelt ist, emporgerissen und über sein Knie gelegt, 
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und so verprügelte er ihn zum größten Vergnügen der 
anderen, wie den ersten besten duͤmmen Jungen. 
Es war ein allgemeines Geluchtet und Bravo⸗ 
latschen und als er von dem Franzlk abließ, da richtele 
er sich, ohne ein Wort zu sagen, auf, leichenblaß sah 
x aus und im Auge hatte er einen Blick, den mein 
Sohn im ganzen Lehen nicht vergeffen wird Franzl ließ 
jein Essen im Stich und ging summ hinaus. 
Wer den I gesehen hatte und den 
Schlosserfranzl kannte, dem war's unheimlich 
und einer und der andere von den Kollegen 
hat damals meinen Sohn gewarnt: Du, 
Rudi, jetzt hast einen undersohnlichen Feind 
auf Lebenszeit,“ und mein Sohn ist seitdem 
nie mehr nach Haus gekommen, ohne einen 
handfesien Knultel zur Seite Aber ein 
Mensch, wie der Franzl, ist viel zu ver— 
schlagen, sich selber dem Gericht in die Arme 
zu liefern, der weiß wirksamere Schliche! 
Wie ich schon sagte, verbrachte mein 
Sohn nur die Sonntage daheim. Als aber 
der Todestag, seiner Frau, der auf einen 
Wochentag fiel, gekommen war, da hielt er 
es nicht aus üallein draußen, er wollte 
wenigstens die Abendstunden mit uns zu— 
sammen verleben und so machte er sich gleich 
nach Feierabend von der Arbeitsstätte“ aus 
auf den Weg zu uns. Als er schon ein 
Stückchen gegangen war, fief ihm ein, daß 
er, das Päckchen mit Kaffee und Zucker und 
allerhand anderen Dingen für die Wirtschaft, 
die er uns mitzubringen pflegte, in der Mühle 
hatte liegen klassen und er ging zurück, um 
es zu holen. Die Arbeiter waren schon alle 
fort bis, auf den Werkmeister, der ihm zurief, 
sich zu sputen, er wolle abschließen In der 
Hast' passierte Rudi das Unglück die Flasche 
mit — die auch fuͤr uns bestimmt 
war, zu zerschlagen. Es war in der Werk— 
zeugkammer, und es hatte weiter keine Be— 
deusung, daß das Petroleum über den Granit— 
fußboden floß; aber es verursachte einen un— 
nützen Aufenthalt. Rudi raffte die Scherben 
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Die lustigen Alten. 
Alte, komm, und ꝛzieh mal flink 
die alten Tanzschuh an; 
Nöchte seh'n, ob ich das Ding, 
Has Menuett noch kann. 
Cehrt man's unser Kindeskind 
heut doch wieder neu, 
Ja, was so die Jahre sind, 
Die ändern mancherlei. 
Nichts vergeht, und neu entsteht 
Jeder alte Brauch; 
Wenn die ganze Welt sich dreht, 
Drehen wir uns auch. 
KAory Towska. 
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