Berliner Illustrirte Zeitung.
Nr. 8
beiden Damen, bis
um Gürtelentblößt,
das Floret in den
Händen, kampf—
üstern gegenüber.
Schon hatten sie sich
die weiße Haut ge—
ritzt und einige
Tropfen roten
Blutes quollen her—
vor, als plötzlich der
Bouverneur und ein
Bendarmerieoffizier
erschienen, um dem
Streit ein jähes
Ende zu bereiten.
Dieses Damen—
zuell hat natürlich
die Aufmerksamkeit
auf das Damen—⸗
sechten gelenkt. In
Berlin, der Haupt⸗
ttadt des deutschen
Sports, fechten
elbstverständlich die Damen auch. In Berlin sind mehrere
Fechtschulen für Damen, eine der ersten ist die des
hekannten Fechtmeisters
stichter in der Friedrich⸗
sttraße. Er ist der ein—
ige Fechtmeister, der den
Damen mit Berücksich—
igung der Hygiene Fecht⸗
interricht erteilt. Herren
interrichtet er nur im
3portfechten, das sich
om üblichen Studenten⸗
echten total unterscheidet,
a es nur gerundheit⸗
ichen Zwecken dienen
oll. Und von demselben
Ztandpunkt aus wird in moritz Lew
ieser Fechtschule den Da⸗ Der im Konitzer —
nen Unterricht erteilt. Die Verarteilte.
Damen fechten nur mit
em Floret, da die Handhabung dieser leichten Waff⸗
ie ganze Körpermuskulatur in eine nicht heftige, aber
urchgreifende Bewegung setzt. Durch das Fechten mit
Florets wird volle Sicherheit der Bewegung erzielt
ind im Verlaufe selbstverständlich Kraft und Eleganz
er Haltung, Schönheit der Formen. Dies ist der
dauptzweck Damen-Duelle werden daraus nicht
ntstehen
CEine Berliner Damen⸗Fechtsechule.
Berlin niedergelassen hatte, da war die Meinung des
Publikums noch sehr gegen Frauen, die mit Wissenschaft
hren Beruf „verfehlt“ hatten Tagelang stand das Warte⸗
zimmer der jungen Aerztin leer, aber zwei Jahre später
hatte sie schon erhebliche Erfolge. Sie richtete sich mit
einer Kollegin eine Poliklinik in der Alten Schön—
—D
den beiden weiblichen Doktoren zwölf Patientinnen.
Es waren kleinbürgerliche Mädchen und Frauen. Ar—⸗
heiterinnen, Verkäuferinnen. Heute ist ihre Praxis eine
so große, das sie alle Hausarztstellen aufgeben mußte⸗
Ihre Patientinnen setzen sich jetzt aus allen Schichten
der Bevölkerung zusammen.
Iy der Damen⸗Pechlschule.
Dieser Tage fand am wundervollen Gestade von
Tadiz ein Duell zwischen zwei Damen aus der
panischen Lebewelt statt Die beiden schönen Damen
waren im chambre separée eines eleganten Wein—
restaurants aneinander geraten. Das Streitobjekt war
ein — Mann. In umgekehrten Fällen ist es natürlich
ein Weib Im Falle von Cadiz war es ein schöner,
zunger Mann, dessen Schönheit nur noch vom Glanz
der Goldstücke in seiner wohlgefüllten Tasche über—
troffen wurde. Erst fielen im Streit um so viel Glanz
und Schönheit bissige Worte, dann fuhren sich die er—
regten Spanierinnen jäh in die Frisuren und der
Schluß war eine regelrechte Duellforderung Am
AbDD
Goethe⸗Festspiele in Hürnberg: Goethe bei Charlotte Restner. Fritæ Weber, Nürnbers, pnot
Das Goethefest in Nürnberg.
Auch Nürnberg hat nun sein Goethefest gehabt. Es
will zu den Kosten für ein Denkmal beisteuern. das
Goethe's Mutter in Frankfurt a. Meerrichtet werden soll.
Unter Mitwirkung von Schauspielern aus Berlin
und Nürnberg fand zuerst eine Clavigo-Vorstellung
tatt. Dann folgte als zweiter Teil eine Vorführung
von sieben Bildern aus des Altmeisters Leben, durch
Damen und Herren der Gesellschaft gestellt. Gleich das
erste Bild Goethe bei Charlotte Kestner, der dereinst
von ihm so hochverehrten Amtmaunstochter Lotte Buff
in Wetzsar, war prächtig gestellt. Der jugendliche
Brausekepf Goethe inmitten der großen allerlei Be—
schäftigungen sich hingebenden Geschwisterschar Lottes,
dieser ein Gedicht vorlesend. Und dort, bei einer seiner
wirklichen „Brauten“, dem Frankfurter Bankiers—⸗
röchterlein Lili Schönemann, diesmal eine vornehmere
und verständnis ollere Zuhörerschaft findend, wiederum
den Dichter als Vortragenden! In rascher Folge
reihten sich dann die übrigen Bilder an: Goethes
Mutter und die zwei Prinzessinnen am Brunnen des
Boethesschen Hauses (eine der Schwestern späterhin
Königin Luise von Preußen), Goethe auf dem Eise zu
Frankfurt a. M, Goethe und Friederike von Sesen—
hjeim, Goethe in Weimar, die Apotheose nach der
Iphigenie-Vorstellung. Als letztes Bild dazu Goethe
eim Theetisch in Tiefurt.
ßoethe⸗Festspiele in Pürnberg:
Coethe bei
Ciliĩ sgschsͤnem ann. Fritæ Woeber, Nurnnere, phot