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[Hefte 15-22] Der Norddeutsche Poet

Full text : Berlin wie es ist und - trinkt / Glaßbrenner, Adolf (Public Domain) Ausgabe [3] [Hefte 15-22] (Public Domain)

her in dieser Weise gedichtet wurde — von der schlagendsten, nachhaltigsten Wirkung, so versöhnend sein Humor auch ist,der wie ein seliges Lächeln aus jedem Verse hervorblickt. In den nicht pointirten Gesängen aber waltet die reinste Idee der Freiheit nach dem abso- lutesten Begriffe, poetischer Schwung inschöner Form, die lebendigste, herzigste Auffassung und ein reicher, im- mer anmuthiger, immer graziöser Geist. Zeugen die meisterhaften Lieder „Kuckuck", „Sclaven-Emancipa- tion",„Wiegenlied", „Allerhöchste Logik",„Der Ver- lust des Adels", „ZweiWünsche", „Elegie auf denHer- zog von Orleans", „Vomkleinen Michel", „Stern- schneuzen", „Unsere Freiheit",„Holznoth"u.s. w.u.s.w. vom glänzendsten Humor, so sprechen „UnserFrühling," „!—",„Geisterrache", — „Schillers Lied an die Frei- heit", „Deutsche Sklaven", „Der Tambour", „Die Ruinen", „Inder Sternennacht", „MeinDichten und Trachten", „Dieneue Volkshymne" und besonders die herrlichen Mahrchen „VomReichthum und derNoch" und „Das Mährchen vom Geist", das tiefinnigste Ge- müth, den höchsten sittlichenErnst aus. Einzelnes könn- ten wir wohlauch rügen, aber diese geniale Ursprünglich- keit des Verfassers besiegt uns immer wieder, und es ist noch die Frage, ob man ihr gegenüber ein Recht zum Tadel hat, ob es nichtnärrisch ist, kritisch zu mäkeln an einem Liederbuche, das wie eine duftende, singende Na- turschöpfung vor uns liegt. Sie wird Jeden entzücken, der den Blick von den Gräbem zum Himmel, von den Thälern zu den Bergen, von den Blumen zu den lufti- gen und träumenden Sängern des Waldes ausschlägt."
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