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Winterfest 1922. Städten Berlin und Kölln das Recht auf den Nachlaß aller in ihrer
Das diesjährige Winterfest wurdezum Besten unserer „Mitteilungen“ Gerichtsbarkeit unbeerbt verstorbenen Personen erlassen und sich nur
am 9. Dezember in den Festräumen des Künstlerhauses, Bellevuestraße 3, den der „Fremden und Unechten“ vorbehalten. Dies Recht ist später
abgehalten. Das Haus war ausverkauft, eine festliche Menge lauschte auf die ganze Stadt Berlin ausgedehnt worden. Unter „Unechten
erstklassigen, künstlerischen Genüssen, eine große Unzahl verehrter Gäste waren unehelich Geborene, unter „Fremden“ =- Adlige und Juden
war neben vielen Mitgliedern anwesend, und -- der Zweck des Abends zu verstehen. Da nach der neuen Reichsverfassung der preußische Adel
=-"ein schöner Überfluß fließt in die Drucereikasse! abgeschafft ist, kann in Berlin kein Adliger mehr unbeerbt sterben;
Herr Klaviervirtuose Hirche eröffnete den Übend mit ausgezeich- jene alte historische Annahme ist weggefallen und damit der Stadt
neter Technik am Flügel und führte fich auch als Begleiter der jugend- Berlin ein Vorteil erwachsen. Zu hoffen bleibt, daß in weiterer Aus-
lichen Geigenvirtuosin Souja Grell sehr gut ein, Die 16jährige führung des hierauf bezüglichen Artikels 109 der Reichsverfassung
Künstlerin errang größten Beifall mit der Wiedergabe der Cansonetta auch mit der besonderen Behandlung der unbeerbten Nachlässe der
von Tschaikowsky und beim Walzer von Karl Maria von Weber Unehelihen und der Juden aufgeräumt wird. Es würde dadurch,
in Hummelscher Bearbeitung. Der Abend steigerte sich aber mit den wie Geheimrat Dr. Holtze mit Recht betont, eine ganz unzeitgemäße
Darbietungen der Opernsängerin Frau. Probst-Nietzschke, die köst- mittelalterliche Erinnerung endlich beseitigt werden. M
liche Nroben aus Ann een „Carneval von EEN aus ne . “1 : “See:
dem unvergleichlichen Liede „Die Nachtigall“ von Ullabieff bot. Treff-
lich unterstützt wurde die Künstlerin durch Herrn Kapellmeister Bäcker. Berichtigung. :
Herr Rezitator Broszat-Bourbon erzählte in friderizianischer „Im Aufsatze „E.T. U. Hoffmann und Ernst von Teitau“ (Mit-
Tracht alte Sohenzollernsagen und fand reichen Beifall. teilungen 1922 Ur. 7) ist gesagt, daß der Kammergerichts-Präsident
Den Abschluß der künstlerischen Darbietungen bildete während des Frhr. von Schleinitz. im Sommer 1807 gestorben sei, Dies ist nicht zu-
inzwischen durch unsern Herrn Leider einaeleiteten Tanzes der Cill treffend. Karl Anton Wilhelm von Schleinitz, geboren am 530. 12. 1751,
Eulenspiegel des Hofschauspielers Mewes, der an den Ernst der Zeit ist vielmehr shon am 12, 2. 1807 gestorben. Er fand seine letzte
erinnerte und rauschenden Beifall fand. =- Nicht unerwähnt. soll die Ruhestätte auf demselben Friedhofe, auf dem 15 Jahre später
reich beschickte DVerlosungstafel bleiben, zu der in wenigen Minuten E. T. U. Hoffmann beigesetzt werden sollte, Friedrich Holtze,
sämtliche Lose vergriffen waren. Mit schönen Gaben haben unsere
Miaireder un: . Archiv des HteinS namen aber vir großen
irmen-Mitglieder Jsrael, Mitscher & Caspary, Mittler, Habel, Wich- Q „
mann, Falkenberg (Ratskeller), Jandorf u. a. die Gabentafel geziert, 3
die dem Unsturm der glücklichen Gewinner kaum Stand hielt. ustellung der „Mitteilungen .
Der Festausschuß hofft zuversichtlich, daß das Winterfest unseres Die Empfänger der „Mitteilungen“ werden gebeten, sich beim
Vereins künftig ein Fest in Berlm wird, das zu den Ereignissen der Ausbleiben oder bei verspäteter Lieferung einer Nummer
Saison gehört! Allen Mitarbeitern und Spendern Aerzen Dane stets nur an den Briefträger oder die zuständige Bestell-Postanstalt
* zu wenden. Erst wenn Nachlieferung und Aufklärung nicht in an-
Bericht über die Arbeitsfizung am 16. Dezember im Deutschen Dom. gemessener Frist erfolgen, wende man sich unter Ungabe der bereits
Im Unschluß an einen Artikel des Geheimrats Dr. Holtze in der unternommeneu Schritte an uns. Bei Wohnungswechsel ist beim zu-
Deutschen Juristenzeitung berichtete Dr. Clauswitz über Berlin als ständigen Postamt die Überweisung der „Mitteilungen“ nach dem neuen
Erbin der „Unechten, Juden und Adligen“. Auf Grund eines Ver- Wohnort zu veranlassen, zumindest aber der Briefträger zu verständigen.
irages vom 27. Dezember 1508 hatte der Kurfürst Joachim I. den Die Schriftleitung.
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