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Volume Nummer 11, 12. März 1893

Full text: Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain) Ausgabe 1893, II. Jahrgang, Nr. 1-53 (Public Domain)

Preis der Einzelnummer 10 Pfꝗ. Zatrsans. 
Nummer IY. *2 J * — 2—7 ———— 
9 
— 
*7 
Alan abonnirt 
n Berlin und außerhalb bei allen Postanstalten (Nr. des Postzeitungskatalogs 912), Buchhandlungen und 
Zeitungsspediteüuren pro Quartal à A. 1,25. Bei direktein Kreuzband- Verfand sind für das Inland 
10 Pfg. mehr, für das Ausland 7s Pfg. mehr einzusenden an die Erpedition der „Berliner Illustrirten 
Zeitung“, Berlin 8W., Charlottenstraße U. — Insertion: 60 Pfg. pros gespaltene KRonpareille⸗Zeile. 
———— ße rli n den 12. Mir 1893. r — 
AC BVertheilung von Kartoffelland an Rerliner Arme. GBe 
Im vorigen Jahrgange unseres Blattes behan— 
Ddelten wir in keinem Artikel das Leben und 
Treiben in jenen „Kolonien“, welche von soge— 
nannten „Berliner Kartoffelbauern“ gegründet, sich 
vor den Thoren der Reichshauptstadt ausbreiten. 
Heute bringen wir nun in obigem Bilde einen 
Beitrag zur Entstehungsgeschichte jener Kolonien. 
Der Magistrat von Berlin verpachtet das ihm ge— 
zörige, än der Peripherie des Stadtriesen gelegene 
inbebaute Land alljährlich an kleine Leute der 
nächsten Stadttheile, giebt den ganz Unbemittelten 
vohl auch einen Antheil kostenfrei, wenn sie von 
den betreffenden Armenvorstehern als würdig em— 
ofohlen werden. Im Vorfrühling des Jahres 
rfolgt die Zutheilung und gleich darauf 
pird auch mit der Installirung der „vVillen“ 
— 
leine Häuschen errichtet, in denen Sommerüber 
ch jene großstädtischen Idyllen abspielen, die wir 
a dem dbengedachten Artikel damals eingehend 
ehandelt haben. Auch heute wieder kommen wir 
u dem Schluß, daß diese Maßregel der Stadtver— 
»altung eine wahrhaft segensreiche genannt zu 
verden verdient, einmal im Hinblick auf die „Ernte“, 
oelche die Kolonisten als Frucht ihrer Arbeit im 
»erbste einheimsen — billige Kartoffeln bedeuten 
twas für den Armen — dann aber auch des 
ygienischen Nutzens wegen, der für Erwachsene 
ind Kinder in der Beschäftigung in freier Natur 
ind im Genuß derselben liegt. „Vater“ hat freilich 
iesen Genuß nur an Sonntagen und au den 
angen Sommerabenden, die Frauen und Kinder 
iber auch während eines großen Theils der Wochen— 
age. Das sind für letztiere auch Ferienkolonien, 
ind fürwahr, nicht die schlechtesten. Es liegt ein 
licht zu unterschätzendes soziales Moment in dem 
Zzewußtsein, sein eigenes Stück Land, und sei es 
ioch so klein, bebauen, den Tisch mit eigenen 
dartoffeln bestellen zu können. Und so wuͤnschen 
vir denn allen Kartoffelbauern vor der großen 
5tadt, daß sie sich noch recht lange dieses Segens 
rfreuen können
	        
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