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Full text : Der Rettungsball / Leipziger, Leo (Public Domain)

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Nr.  49.  Berliner  Rettungswesen.

den  Bestimmungen  des  Beitrages  die  Beihilfe  in  derselben  Weise
zu  gewähren  ist,  wie  die  an  den  Aerzteverein,  sind  tatsächlich
78  103,«s  M  Beihilfe  gezahlt  worden,  so  daß  sich  eine  noch  auszugleichende ­
  Differenz  von  793,rs  M  ergibt.  Die  am  Ende  des
Vorjahres  verbliebene  Differenz  von  1381,5»  M  ist  ebenfalls  nachgezahlt ­
  worden,  so  daß  im  ganzen  an  die  Unfallstationen  79484,5»  M
gezahlt  worden  sind.
An  die  SanitätswackM  sind  24  650,»8  M  Beihilfe  gezahlt  worden. ­
  Da  nach  den  Bestimmungen  des  Vertrages  die  Beihilfe  in
derselben  Weise  zu  gewähren  ist,  wie  die  an  den  Aerzteverein  und
die  Unfallstationen,  nur  mit  dem  Unterschiede,  daß  nicht  vierteljährlich, ­
  sondern  halbjährlich  gezahlt  wird,  der  Vertrag  aber  von
den  Sanitätswachen  zum  1.  April  1912  gekündigt  worden  ist,  so
kann  die  endgültige  Abrechnung  mit  letzteren  erst  nach  dem  1.  April
1912,  und  zwar  nach  Einziehung  aller  Einnahmerestc,  erfolgen.  Die
letzte  Beihilfe  ist  daher  mit  dem  Vorbehalt  gezahlt  worden,  daß
nach  der  endgültigen  Abrechnung  etwa  verbleibende  Ueberschüsse  an
die  Stadtgemeinde  zurückzuzahlen  sind.
II.  Plakatwesen,  Massenunsälle,  Verschiedenes.
Durch  die  Verlegung  der  Hilfswache  16  und  durch  die  Eröffnung ­
  einer  neuen  Feuerwache  in  der  Edinburger  Straße  sind  zu  den
im  Bericht  für  1909  crivähnten  Pappplakaten  Deckblätter  erforderlich ­
  geworden.  Diese  und  eine  Bekanntmachung  an  den  Anschlagsäulen ­
  haben  9,7»  M  Kosten  erfordert.
Die  Aufstellung  einer  neuen  Transparemlaterne  sowie  die  Beleuchtung ­
  und  Unterhaltung  aller  auf  das  Rettungswesen  hinweisenden ­
  Transparentlaternen  haben  8889,7»  M  Kosten  verursacht.
Von  dieser  verhältnismäßig  hohen  Ausgabe  entfällt  wieder  ein  großer
Teil  auf  Laternenbcschädigungen  (vgl.  den  Bericht  des  Vorjahres).
Schadensersatz  ivar  auch  nur  wieder  von  der  Allgemeinen  Berliner
Omnibusaktiengescllschast  zu  erlangen,  welche  108,r?  M  erstattet  hat.
Durch  den  besonderen  Rettungsdienst  anläßlich  des  Turnerfestes
  im  Juni  1911  (vgl.  unter  AIII)  sind  der  Stadtgemeinde  Kosten
nicht  entstanden,  da  letztere  von  der  Berliner  Turnerschaft  getragen
worden  sind.
An  Fenerversicherungsprämien  für  das  in  den  Rettungswachen
befindliche,  der  Stadt  gemeinde  gehörige  Inventar  und  Instrumentarium ­
  sind  21  M,  für  die  Beschaffung  von  12  Exemplaren  her
Gebührenordnung  für  approbierte  Aerzte  und  Zahnärzte  sind  2,rr  M
gezahlt  worden.
Als  Entschädigung  für  den  mit  der  Revi.sion  der  Hilfswachen
beauftragten  Beamten  sind  1000  M  gezahlt  morden.
111.  Sanitätsstube».
Tie  in  den  Berichten  der  Vorjahre  erwähnten  neuen  Verbandschränkchen ­
  für  die  städtischen  Sanitätsstuben  in  den  Markthallen,
Feuerwachen  und  dein  Rathause  sind  im  Berichtsjahre  geliefert  worden. ­
  Die  Gesamtkosten  für  die  Sanitätsstuben  einschließlich  derjenigen
für  die  neuen  Bcrbandschränkchen  haben  1192,5»  Jt  betragen.
In  den  Sanitätsstuben  der  städtischen  Markthallen  sind  im
Jahre  1911  in  421  Fällen  (im  Vorjahre  420)  Hilfeleistungen  durch
die  im  Samariterdienste  ausgebildeten  Markthallenbeamten  erfolgt.
In  den  außerdem  von  der  Stadt  unterhaltenen  Sanitätsstuben  fanden
erste  Hilfe
a)  im  Rathause  9  Personen  (im  Vorjahre  22);
b)  in  der  Feuerwache  Schöneberger  Straße  20  24  Personen  (im
Vorjahre  17);
o)  in  der  Feuerwache  Fischerstraße  37/38  41  Personen  (im  Vorjahre ­
  26).
Auf  den  nicht  mit  Sanitätsstuben  ausgerüsteten  Feuerwachen
'  ist  die  Hilfe  der  inr  Sanitätsdienste  ausgebildeten  Mannschaften
in  183  Fällen  (im  Vorjahre  128)  in  Anspruch  genommen  worden.

IV.  Rettungsstationen  an  den  öffentlichen  Wafferlänsen.
In  der  Zahl  der  Rettungsstationen  an  den  öffentlichen  Wasserläufen ­
  ist  im  Berichtsjahre  eine  Aenderung  nicht  eingetreten.  Es
ist  nur  an  der  Stadtschleuse,  nahe  der  Schleusenbrücke,  ein  Eisenständer
  mit  Holztafel  und  Wiederbelebungsschild  aufgestellt  worden.
Die  Unterhaltung  der  Rettungsstationen  an  den  Wasserläufen
erforderte  in»  Berichtsjahre  4070,0»  M  Kosten.  Diesen  steht  eine
Einnahme  von  9  M  gegenüber,  welche  für  einen  verkauften  Rettungskahn ­
  erzielt  worden  sind.
Die  Rettungsgeräte  sind  im  Jahre  1911  in  34  Fällen  zur
Rettung  Ertrinkender  benutzt  worden  (im  Vorjahre  48),  und  zwar
24  mal  mit  Erfolg  (im  Vorjahre  37  mal),  10  mal  ohne  Erfolg  (im
Vorjahre  11  mal),  außerdem  19  mal  zur  Bergung  im  Wasser  treibender ­
  Leichen  (im  Vorjahre  14  mal).
V.  Krankentransport.
Dem  Verbände  für  erste  Hilfe  ist  im  Berichtsjahre  aus  den.
im  Berichte  für  das  Jahr  1909  erwähnten  Gründen  eine  Beihilfe
von  3000  M  gewährt  worden.
Die  fahrbaren  .Krankentransportbahren  in  den  Feuerwachen  sind
im  Jahre  1911  7  mal  von  der  Bürgerschaft  benutzt  worden.
VI.  Die  Zentralmeldeftelle.
In  der  Organisation  und  Zweckbestimmung  der  Zentralmeldestelle ­
  ist  eine  Aenderung  nicht  eingetreten.
Das  bisherige  Verfahren,  nach  welchem  dem  Krankenhause  der
Name  und  die  Wohnung  derjenigen  Person,  deren  Aufnahme  auf
telephonische  Anfrage  der  Zentralmeldestelle  zugesagt  war,  von  dieser
mitgeteilt  wird,  hat  sich  insofern  nicht  bewährt,  als  die  betroffenen
Personen  häufig,  auch  wenn  sie  innerhalb  der  schon  früher  festgesetzten ­
  Frist  von  3  Stunden  das  Krankenhaus  aufsuchten,  tvegen
Platzmangels  abgewiesen  worden  sind.  Es  schien  daher  angebracht,
das  bisherige  Verfahren  so  abzuändern,  daß  jeder  einzelne  Fall
einer  derartigen  Abweisung  einwandfrei  nachgeprüft  werden  kann.
Deshalb  sind  die  Forniulare,  welche  die  Zentralmeldestelle  in  jeden»
Falle,  in  dein  der  Nachweis  eines  freien  Bettes  erbeten  wird,  aufnimmt, ­
  in  perforierten  Blocks  zu  je  100  Stück  —  und  zwar  in
9  verschiedenen  Farben,  da  in  der  Zentralmeldcstelle  9  Klappenschränkc
  vorhanden  sind  —  hergestellt  worden,  welche  von  1—900-numeriert
  sind;  jedes  Hundert  hat  seine  besondere  Farbe.  Ein  neuer
Block  derselben  Farbe  wird  von  der  Zentralmeldestelle  immer  erst  in
Benutzung  genommen,  wenn  der  alte  Block  derselben  Farbe  vollständig ­
  aufgebraucht  ist,  so  daß  dieselbe  Nummer  zu  einer  Zeit  niemals
doppelt  in  Bewegung  sein  kann.  Sobald  von  einem  Krankenhause
für  einen  bestimmten  Fall  eine  Zusage  gemacht  ist,  wird  von  der  Zentralmeldestelle
  dem  Krankenhause  und  dem  Ansragenden  die  Nummer
des  betreffenden  Zettels  mitgeteilt:  bei  Nachsuchung  der  Aufnahme
in  dem  nachgewiesenen  Krankenhause  ist  dann  von  dem  Kranken  bzw.
dem  Begleiter  die  angegebene  Nummer  zu  nennen.  Mit  sämtlichen
in  Betracht  kommenden  Krankenhäusern  ist  eine  Vereinbarung  getroffen, ­
  entsprechend  zu  verfahren.
Die  Kosten  der  Zentralmeldestelle  haben  im  Berichtsjahre
16  037,»8  .M>  betragen.  Diesen  Ausgaben  stehen  871,so  M  Einnahmen ­
  gegenüber,  und  zwar  als  Erstattung  der  Gebühren  für  direkte
Fernsprechverbindungen  von  drei  privaten  Krankenhäusern.
Berlin,  den  10.  Juli  1912.
Kuratorium  für  das  städtische  Rettungswesen,
vr.  R  e  i  ck  e.

Druck  von  W.  &  S.  Loewenthal,  Berlin.
            
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