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Full text : Vom alten Joachimsthal / Bahn, Ernst (Public Domain)

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manches, was ihn bedrückte, und frühstückte con amore,
wobei er mit seinen Tischgenossen manch' vernünftiges
und auch unvernünftiges Wort redete. Zu zwei Malen
öffnete sich dabei jedesmal die Tür. Erst erschien der
Schusterjunge mit den Worten: „Morjen! Ist vielleicht
was mitzugeben bei Herrn Müller?“, und bald nach ihm
in würdiger Haltung und sorgsamer Adjustierung der
Flickschneider, Herr Koch, der uns begrüßte: „Guten
Morgen, meine Herren!“ Dies war, nebenbei bemerkt,
die vorgeschriebene Anrede. Sämtliche Unterbeamte
hatten auch den jüngsten Alumnus als Herrn X. zu titu—
lieren. Das hatte seinen guten Sinn, denn es „entfernte
die Vertraulichkeit“. Ich habe später in Wilmersdorf —
mit großem Mißbehagen — die Kalfaktoren gegenüber den
Jüngeren das „Du“ anwenden und dementsprechend
öfter einen unangemessenen Ton anschlagen hören. Es
war jedoch nicht immer ratsam, solche Wahrnehmungen in
der Konferenz zur Sprache zu bringen. Besonders feier—
lich aber klang es, wenn der Pedell, Herr Dubau, (der
Direktor Kießling sprach in seinem Thüringer Dialekt
stets „Tuwau'“) in den Saal trat und zitierte: „Herr X.,
zum Herrn Direktor!“
Um auf Herrn Koch zurückzukommen, der am Abend
im Nebenamt Logenschließer im Königlichen Opernhaus
war, so war er in einem ferneren Nebenamt auch der
Retter des Alumnen, der sich in Finanznöten befand.
Man bekam nämlich kein bares Geld aus der Kasse, außer
dem Taschengeld, und da dies höchstens 756 Groschen
betragen durfte, trat manchmal empfindliche Ebbe ein.
Während nun alle übrigen Gegenstände bei bestimmten
Lieferanten auf Lieferungszettel entnommen wurden,
die der Adjunkt ausstellte, schrieben wir Reparaturen an

Bahn.
            
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