16. Wirtschaftsresultate.,
Die seitherigen Wirtschaftsresultate der städtischen Güter sind aus der Zu-
sammenstellung „Grundrenie der Rieselgüter“ des Verwaltungsberichtes ersichtlich.
Man wird diese Zahlen nicht als einwandsfrei erachten können und man wird sie
überhaupt nur mit bestimmten Erläuterungen und auf Grund bestimmter Kennt-
nisse begreifen können. Daher kommt es auch, daß von unberufener Seite mit
diesen Zahlen so viel Mißbrauch getrieben wird und sie sehr oft einer böswilligen
Kritik anheimfallen. Man muß aber andererseits bedenken, daß bei der zuneh-
menden Größe der Verwaltung es immer notwendiger wird, zahlenmäßige Klarheit
über das Endergebnis der Güter zu schaffen, daß namentlich die landwirtschaft-
lichen von den nicht landwirtschaftlichen Momenten möglichst getrennt werden
müssen. In den betreffenden Jahresergebnissen fehlen beispielsweise allgemeine
Verwaltungskosten unter den Ausgaben, die Pachten der Heimstätten in den
Einnahmen der einzelnen Gutsverwaltungen. Auch manche andere Ermittlung
ist angreifbar. Es wird aber wohl möglich sein, mit der Zeit immer exakter
jene Rentabilitätszahlen zu ermitteln. Man wird nicht verlangen können, daß die
Landwirtschaft für die Zinsen aller Anlagen zur Wasserunterbringung aufkommen
soll. Es würde sich kein privater Landwirt finden, der vor den Toren Berlins
den Hektar Land zu 2000—3000 Mk. kauft, auf eigene Kosten in dieser teuren
Weise aptiert und drainiert, um später den Vorteil zu haben, das städtische Ab-
wasser verwenden zu dürfen. Wohl aber würde sich mancher Landwirt zu einem
Rieselbetrieb bereit finden, wenn ihm die Einrichtung kostenlos gewährt würde.
Da die Aptierung und Drainierung nur für die Kanalisation der Stadt aus-
yeführt werden, wäre es nicht zu verwerfen, wenn die Berechnung in der
Weise durchgeführt würde, daß die Zinsen dieser Melioration auch von der
Kanalisation getragen würden. Die Landwirtschaft wird schon genug damit be-
Jastet, daß sie Tag und Nacht, Sonntag und Werktag immer den Rieselbetrieb
aufrecht erhalten und jedes Quantum Abwasser der Stadt aufnehmen muß. Der
ihr gewährte Vorteil der Düngung und Wasserzuführung wird mit dieser großen
Ausgabe wohl kompensiert. Es erscheint schon als eine fast unmögliche Aufgabe, daß
die Landwirtschaft so abnorm hohe Kaufgelder, wie sie hier für die Güter angelegt
wurden, verzinsen kann. Immerhin wird sie nach diesem Ziel hinstreben müssen;
os wird aber billig sein, daß der Wertzuwachs infolge des Steigens des Terrain-
preises auch der Landwirtschaft zu gute kommt, daß also, wenn einiges Land als
Bauplatz zu hohen Preisem verkauft wird, der Wert, mit dem das Gut zu Buch
steht, um diesen Betrag reduziert wird. Auf jeden Fall muß die landwirtschaft-