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III. Die Verkehrsabwicklung in den Stationen

Full text: Bericht über die Entwürfe der Grossen Berliner Strassenbahn zur Anlage von Unterstrassenbahnen in Berlin / Blum, Otto (Public Domain)

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Dann würden die Reisenden also genau wissen, daß 
z. B. alle Züge der Richtungen 54, 81, 67, 66 usw. an dem 
zweiten Halteplatz anhalten. Aber eine solche Zuggruppierung 
ist an den ersten Stationen nicht zu erzielen, denn sie er- 
fordert mehrere Nebengleise, für die kein Platz vorhanden ist; 
außerdem würde sie große Zeitverluste verursachen. 
Man könnte auch die Zuggruppierung, die sich in der ersten 
Station jedesmal zufällig ergibt, telephonisch oder durch 
Zeigerapparate an die anderen Stationen übermitteln. Aber 
damit ist die Frage für die beiden Anfangsstationen nicht 
gelöst, und außerdem setzt das dann voraus, daß die 
Zuggruppen im Tunnel durchaus fahrplanmäßig geschlossen 
weiter geführt werden. Wenn also z. B. bei einer Zug- 
gruppe, deren Züge an den Stellen 1, 2, 3 halten sollen, der 
letzte Zug aus irgend einem Grunde zurückbleibt und sich der 
nachfolgenden Zuggruppe nähert, so darf er nicht nach dem 
vordersten Halteplatz 1 vorrücken, sondern muß, obwohl alles 
vor ihm frei ist, an dem Halteplatz 3 halten; er kann seine 
Gruppe nicht mehr einholen und die nachfolgende Gruppe 
muß seinetwegen vor der Station zum Halten gebracht werden. 
Es bliebe noch die Möglichkeit, die Voranzeige derart zu 
bewirken, daß durch besondere Beobachtungsposten kurz vor 
der Station den Wartenden und den Fahrern mit- 
geteilt wird, an welchen Stellen die nächsten Züge halten 
sollen. 
Das aber scheitert bei den vorliegenden Entwürfen, weil hierzu 
nicht genügend Zeit zur Verfügung steht, weil sich die Wartenden 
dann doch nicht mehr auf den nur 3 m breiten aber 80 m langen 
Bahnsteigen in der erforderlichen Ruhe verteilen können*), weil die 
Beobachtungsposten einen Stand haben müßten, von dem aus sie 
jederzeit den ganzen Bahnsteig und die herankommenden Züge einer 
ganzen Gruppe übersehen können, und weil dabei Versehen vor- 
kommen müssen, die jedesmal zu einer Stockung und zu Gedränge 
führen. 
3 
Gegen die Erfahrungen, die in der Station Parkstraße in 
Boston gemacht worden sind, dürfen und können wir uns nicht ver- 
schließen. Wenn die „Erwiderungen“ das „abschreckende Beispiel“ 
dieser „berühmten und berüchtigten“ „Ausnahmestation“ außer Be- 
tracht lassen wollen, so ist das zwar sehr bequem, aber ganz unzu- 
lässig, denn die Verhältnisse liegen an dieser Bahnhofsanlage, von der 
*) Die in den Erwiderungen aufgestellte Behauptung, „daß schon beim 
Betreten des Bahnsteigs der Fahrgast sehen kann, an welchem Standorte sein 
Wagen halten wird“ ist bei der dichten Zugfolge und der großen Zahl ver- 
schiedener Linien unzutreffend.
	        
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