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II. Die Betriebsverhältnisse

Full text: Bericht über die Entwürfe der Grossen Berliner Strassenbahn zur Anlage von Unterstrassenbahnen in Berlin / Blum, Otto (Public Domain)

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ungünstigen Rückwirkungen der ungenügenden Stationsausbildung auf 
die rückliegenden zweigleisigen Strecken scheint sich die G. B. S, 
nach den „Erwiderungen“ selbst bewußt zu sein. 
Die Leistungsfähigkeit. 
Nach dem aufgestellten Betriebsplan sollen auf der Unterstraßen- 
bahn in der Leipziger Straße 23 Linien mit zusammen 112 Zügen in 
der Stunde verkehren. 
Es ergibt dies also eine Zugfolge von: 
60.60 _ 
112 = 32 Sekunden 
und es ist zu untersuchen, ob diese Zugfolge überhaupt möglich ist. 
Wenn man von allen Unregelmäßigkeiten ganz absieht*), so 
läßt sich die theoretisch höchstmögliche Leistungsfähigkeit berechnen, 
und zwar ist dabei im Eisenbahnverkehr überhaupt der kleinstmögliche 
Zugabstand in den Stationen, bei vorliegendem Entwurf außerdem 
aber der kleinstzulässige Zugabstand in den steilen Rampen maß- 
gebend. Auf die Verbindung der zweigleisigen Stationen mit der vier- 
gleisigen Strecke wird später besonders eingegangen. 
A. Der kleinstmögliche Zugabstand in den 
Stationen. 
Der „Stationszeitaufwand“, oder der Zeitabstand, in dem zwei 
aufeinanderfolgende Züge durch die Station hindurchgebracht werden 
können, läßt sich rechnerisch ermitteln und graphisch darstellen durch 
Auftragung der Bewegungskurve. 
Diese ist abhängig von der Fahrgeschwindigkeit, der zulässigen 
oder möglichen Bremsverzögerung, dem reinen Aufenthalt, der erziel- 
baren Anfahrbeschleunigung und dem aus Gründen der Sicherheit 
einzuhaltenden kleinsten Abstand zwischen zwei Zügen. 
Die Fahrgeschwindigkeit spielt hier keine große Rolle, 
da es nur auf den mittleren Teil der Bewegungskurve ankommt; sie 
ist zu 20 km/Std. = 5,55 m/Sek. angenommen (die Höchstgeschwindig- 
keit beträgt 25 km.) 
Die Bremsverzögerung kann äußerstenfalls 1,5 m/Sek. 
betragen, aber nur auf trockenen Schienen. Im Tunnel ist sie geringer 
und selbst wenn dies nicht zutreffen würde, ist eine stärkere Verzöge- 
rung als 1 m mit Rücksicht auf die Reisenden unzulässig. 
*) Von diesen Unregelmäßigkeiten ganz abzusehen, ist aber unzulässig, da 
die Unterstraßenbahn infolge ihrer Verquickung mit Oberflächenbahnen großen 
UInregelmäßigkeiten und häufigen Stockungen ausgesetzt ist.
	        
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