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Full text: Goldenes Buch der Zentrale für Kaiser-Panoramen Berlin-W., Passage / Fuhrmann, August (Public Domain)

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Das Stereoskop ist die Krone der Photographie, 
Neues Palais, den 26. Dezember 1897. 
Ober-Hofmarschall-Amt Sr. Majestät des Kaisers und Königs, 
Euer Wohlgeboren benachrichtige ich ergebenst, dass Ihre 
Kaiserlichen und Königlichen Majestäten die mittelst gelälligen 
Schreibens vom 20. d. Mts, hier vorgelegten Glasstereos mit 
Interesse in Augenschein genommen haben. Die beiden 
Apparate stehen nunmehr zur Abholung hier wieder zu Ihrer 
Verfügung. 
(Ihre Kaiserlichen Majestäten haben auch in anderen Jahren 
interessante Zyklen der polychromierten Glasstereos von 
Truppen-Paraden, von Griechenland, von der Besteigung des 
Watzmann, von der Jungfrau-Bahn, von Tirol im Winter, von 
der Eroberung der Lult, von der Erdbeben-Katastrophe in 
Messina, von Calabrien und andere mit grossem Interesse be- 
sichtigt.) 
gez. Eulenburgs. 
Neues Palais, den 7. Mai 1897. 
Ober-Hofmarschall-Amt Sr. Majestät des Kaisers und Königs. 
Euer Wohlgeboren benachrichtige ich ergebenst, dass 
Seine Majestät der Kaiser und König die von Ihnen im Neuen 
Palais zur Ansicht abgelielerten beiden Apparate mit den vor- 
züglich gelungenen Glasstereos von der Denkmals-Enthüllung 
am 22. März d. J. mit grossem Interesse in Augenschein ge- 
ıommen.haben, und dieselben anzukaufen wünschen. 
Euer Wohlgeboren ersuche ich demzufolge ergebenst, die 
Rechnung über diese beiden Apparate nebst CGilasstereos 
nöglichst umgehend dem Ober-Hofimarschall-Amt einzureichen. 
gez. Frhr. von Lynker, 
An den Direktor des Kaiser-Panoramas Herrn Fuhrmann 
» Wohlsgeboren: Berlin. 
Kaiserliches Kanal-Amt. 
Holtenau, den 25. Juni 1896. 
An den Stereo-Moment-Photograph Herrn A. Fuhrmann Berlin. 
Euer Wohlgeboren ersuche ich ergebenst um möglichst 
baldige Uebersendung eines gleichen Satzes 100 Stück Glas- 
stereoskop-Aufnahmen von den Feierlichkeiten bei Eröffnung 
des Kaiser Wilhelm-Kanals nach hier, wie Sie solche für die 
Erinnerung inden Schlussstein*) zu Holtenauangeflertigt 
und geliefert haben, 
Diese Glasstereos sollen dem Baumuseum einverleibt 
werden und dürite es zweckmässig sein, ein Stereoskop gleich 
bei der Sammlung zu haben, damit Besucher des Museums 
die Bilder in der beabsichtigten Wirkung betrachten können. 
Der Kanalbauinspektor. gez. Lutjohann. 
*) Die Einlegung von Glas-Photographien in Grund- und Schluss-Steine betreffend. 
Wo man den Grundstein zu einem wichtigen Gebäude oder Denkmal legt, oder den Schlusstein einfügt, da pllegt man nach 
uralter hergebrachter Sitte dies in feierlicher Weise so auszulühren, dass man diese Gelegenheit benutzt, um den späteren Geschlech- 
tern von den Zuständen desjenigen Geschlechts und Zeitalters Kunde zu geben, welches den Bau oder das Denkmal errichtet hat. 
Dies geschieht durch Einlegung mehrerer Urkunden, welche die Namen der Personen, die an den Werke beteiligt waren, die 
Schwierigkeiten und Kosten desselben, die Art und Weise der Ausführung schildern und gibt ausserdem durch Beilügung von Münzen, 
Siegeln, Medaillen, Zeitungen und Schritten Kunde von der Gegenwart lür die fernen Geschlechter der Zukunft für den 
Fall, dass einmal das Gebäude oder Denkmal durch elementare Gewalt oder von Menschen, sei es in böswilliger Weise oder zum 
Zwecke eines Neubaues zerstört oder von Grund aus verändert werden und dabei der Grund- oder Schluss - Stein wieder mit 
seinem Inhalte zu Tage kommen sollte, 
Das Altertum pflegte durch Inschrilten und Bildwerke, an oder in den Gebäuden auf den Begründer desselben hinzudeuten; 
hätte es auch schon unsere heutige Sitte befolgt, welche die Nachrichten im geschlossenen Stein besser bewahrt, als durch 
Unbefugter Nachdruck wird strafgerichtlich verfolgt.
	        
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