515 Mehrtens, Vorrichtungen. fiir die Unterhaltung und Prüfung der neuen "Weichselbrücke bei Dirschau.
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meter angebracht (siehe nachstehende Text-Abbildung 2). Beide
Obergurte, beide Untergurte und beide Randträger erhalten
deren je zwei. Bei den Randträgem kommen die gröfsten
Wärmeunterschiede vor, da die Fahrbahndecke den einen Rand-
träger oft den Sonnenstrahlen entzieht, während der andere be
strahlt wird. Dadurch wird eine nicht unerhebliche Ausbiegung
des untern Windverbandes und der Fahrbahn in wagerechtem
Sinne veranlafst, die mittelbar durch eine Verdrehung des ganzen
Brückenquerschnitts auch auf die Durchbiegung der Haupttrag
wände von Einflufs sein kann.*) Die Thermometer, deren An
bringung Text-Abbildung 3 veranschaulicht, sind zur möglichsten
Abhaltung der strahlenden Sonnenwärme in Holzhülsen gefafst,
die mittels aufgesetzter Messingringe in kleine QuecksilbexbehälteT
eingeschraubt werden, sodafs das untere Ende der Thermometer
in Quecksilber eintaucht (Text-Abb. 3 rechts). Zur Aufnahme
der Quecksiiberbehälter sind besondere Büchsen in die Eisen-
theile eingelassen, die zur Erhaltung des Gewindes mit kleinen
Schutzkappen für gewöhnlich geschlossen gehalten werden (Text-
Abb. 3 links).
Zur Messung der Durchbiegungen ist die im Organ für
die Fortschritte des Eisenbahnwesens 1888 Heft 5 ausführlich
beschriebene Durchflucht-Vorrichtung, bestehend aus einem theo
dolitartigen Fernrohr, einem festen und einem einstellbaren Sicht
ziel und den erforderlichen an der Brücke unwandelbar befestig
ten Krageisen zur Aufstellung der genannten drei Meßwerkzeuge,
vorgesehen. In den Text-Abbildungen 1 und 2 ist die allgemeine
Anordnung der Krageisen augedeutet, wonach die Aufstellung
der Mefsvorrichtungen bei jedem Hauptträger in zwei verschie
denen Höhen erfolgen
kann. Die Aufstellung
in der Nähe des Mittel
gurtes, wobei das Fern
rohr und das feste
Sichtziel ihren Platz
an den Endständera
erhalten, während das
einstellbare Sichtziel am
Kreuzungspunkt der
mittelsten Streben an
gebracht wird, hat den
Vortheil, dafs die Zusammendrückung der Lager ohne Ein
flufs auf die Messung bleibt. Anderseits ist aber der Nach
theil vorhanden, dafs während der Messung Locomotiven unter
Dampf nicht auf der Brücke sein dürfen, da durch die
selben eine Lichtbrechung erzeugt werden kann, die die Mes-
snngsergebnisse unsicher macht. Die Aufstellung in dieser Höhe
*) In Bezug auf den Einflufs der — hier wohl nicht bedeu
tenden — Wänneunterschiede der Gurte wird auf die Untersuchungen
an der Rheinbrücke bei Hünmgen von L. Kriesche, Zeitschrift für
Bauwesen 1888, verwiesen.
wird daher hauptsächlich für die Beobachtung des Zustandes der
leeren Brücke von Werth sein. Wegen Platzmangels bei den
Eudpfeiiem mufste die Sichtlinie in das Innere des Brücken
querschnittes verlegt werden. Bei der zweiten Aufstellung in
geringer Höhe über der Fahrbahn fällt der genannte Nachtheil
fort. Doch ist hier in den Ergebnissen der Messung die Zu
sammenwirkung der Lager und eines Theiles des Pfeilers mit
enthalten. Das Fernrohr und das feste Sichtziel erhalten hier
bei nämlich ihren Platz auf Krageisen, die auf dem Pfeiler
umgang in Fahrbahnhöhe angebracht sind. Das einstellbare
Sichtziel kann bei jedem Hauptträger an fünf verschiedenen
Punkten —- in der Brüokenmitte am Untergurt, im übrigen an
vieT Trageisen der Fahrbahn — aufgestellt werden (siehe Text-
Abb. 1). sodafs entsprechend viele Punkte der elastischen Linie
jederzeit gewonnen und mit früheren Messungen verglichen
werden können.
In Bezug auf die Einzelheiten der Mefsgeräthe und deren
Handhabung mufs auf die oben genannte Quelle verwiesen
werden. Es werde nur bemerkt, dafs jede der drei Vorrich
tungen auf drei Ftifsen steht, von denen zwei durch Schrau
ben gebildet sind. Der stets gleiche Auflagerort des festen
Fufses stellt daher jedesmal denjenigen Punkt der Brücke
dar, dessen Lage eingemessen wird. Die senkrechte Achse
der mit Libellen versehenen Vorrichtungen liegt in der Mitte
des Dreifufses, und die genaue senkrechte Einstellung der
selben wird durch die beiden Schraubfüfse bewirkt. Theil-
kreise sind am Fernrohr hier nicht angebracht Dagegen ist
am unteren Theil des einstellbaren Sichtzieles ein nach beiden
Text-Abb. 3.
Anbringung der Thermometer. 1: 5.