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Volume H. X-XII

Full text: Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Ausgabe XXXXII.1892 (Public Domain)

515 Mehrtens, Vorrichtungen. fiir die Unterhaltung und Prüfung der neuen "Weichselbrücke bei Dirschau. 
516 
meter angebracht (siehe nachstehende Text-Abbildung 2). Beide 
Obergurte, beide Untergurte und beide Randträger erhalten 
deren je zwei. Bei den Randträgem kommen die gröfsten 
Wärmeunterschiede vor, da die Fahrbahndecke den einen Rand- 
träger oft den Sonnenstrahlen entzieht, während der andere be 
strahlt wird. Dadurch wird eine nicht unerhebliche Ausbiegung 
des untern Windverbandes und der Fahrbahn in wagerechtem 
Sinne veranlafst, die mittelbar durch eine Verdrehung des ganzen 
Brückenquerschnitts auch auf die Durchbiegung der Haupttrag 
wände von Einflufs sein kann.*) Die Thermometer, deren An 
bringung Text-Abbildung 3 veranschaulicht, sind zur möglichsten 
Abhaltung der strahlenden Sonnenwärme in Holzhülsen gefafst, 
die mittels aufgesetzter Messingringe in kleine QuecksilbexbehälteT 
eingeschraubt werden, sodafs das untere Ende der Thermometer 
in Quecksilber eintaucht (Text-Abb. 3 rechts). Zur Aufnahme 
der Quecksiiberbehälter sind besondere Büchsen in die Eisen- 
theile eingelassen, die zur Erhaltung des Gewindes mit kleinen 
Schutzkappen für gewöhnlich geschlossen gehalten werden (Text- 
Abb. 3 links). 
Zur Messung der Durchbiegungen ist die im Organ für 
die Fortschritte des Eisenbahnwesens 1888 Heft 5 ausführlich 
beschriebene Durchflucht-Vorrichtung, bestehend aus einem theo 
dolitartigen Fernrohr, einem festen und einem einstellbaren Sicht 
ziel und den erforderlichen an der Brücke unwandelbar befestig 
ten Krageisen zur Aufstellung der genannten drei Meßwerkzeuge, 
vorgesehen. In den Text-Abbildungen 1 und 2 ist die allgemeine 
Anordnung der Krageisen augedeutet, wonach die Aufstellung 
der Mefsvorrichtungen bei jedem Hauptträger in zwei verschie 
denen Höhen erfolgen 
kann. Die Aufstellung 
in der Nähe des Mittel 
gurtes, wobei das Fern 
rohr und das feste 
Sichtziel ihren Platz 
an den Endständera 
erhalten, während das 
einstellbare Sichtziel am 
Kreuzungspunkt der 
mittelsten Streben an 
gebracht wird, hat den 
Vortheil, dafs die Zusammendrückung der Lager ohne Ein 
flufs auf die Messung bleibt. Anderseits ist aber der Nach 
theil vorhanden, dafs während der Messung Locomotiven unter 
Dampf nicht auf der Brücke sein dürfen, da durch die 
selben eine Lichtbrechung erzeugt werden kann, die die Mes- 
snngsergebnisse unsicher macht. Die Aufstellung in dieser Höhe 
*) In Bezug auf den Einflufs der — hier wohl nicht bedeu 
tenden — Wänneunterschiede der Gurte wird auf die Untersuchungen 
an der Rheinbrücke bei Hünmgen von L. Kriesche, Zeitschrift für 
Bauwesen 1888, verwiesen. 
wird daher hauptsächlich für die Beobachtung des Zustandes der 
leeren Brücke von Werth sein. Wegen Platzmangels bei den 
Eudpfeiiem mufste die Sichtlinie in das Innere des Brücken 
querschnittes verlegt werden. Bei der zweiten Aufstellung in 
geringer Höhe über der Fahrbahn fällt der genannte Nachtheil 
fort. Doch ist hier in den Ergebnissen der Messung die Zu 
sammenwirkung der Lager und eines Theiles des Pfeilers mit 
enthalten. Das Fernrohr und das feste Sichtziel erhalten hier 
bei nämlich ihren Platz auf Krageisen, die auf dem Pfeiler 
umgang in Fahrbahnhöhe angebracht sind. Das einstellbare 
Sichtziel kann bei jedem Hauptträger an fünf verschiedenen 
Punkten —- in der Brüokenmitte am Untergurt, im übrigen an 
vieT Trageisen der Fahrbahn — aufgestellt werden (siehe Text- 
Abb. 1). sodafs entsprechend viele Punkte der elastischen Linie 
jederzeit gewonnen und mit früheren Messungen verglichen 
werden können. 
In Bezug auf die Einzelheiten der Mefsgeräthe und deren 
Handhabung mufs auf die oben genannte Quelle verwiesen 
werden. Es werde nur bemerkt, dafs jede der drei Vorrich 
tungen auf drei Ftifsen steht, von denen zwei durch Schrau 
ben gebildet sind. Der stets gleiche Auflagerort des festen 
Fufses stellt daher jedesmal denjenigen Punkt der Brücke 
dar, dessen Lage eingemessen wird. Die senkrechte Achse 
der mit Libellen versehenen Vorrichtungen liegt in der Mitte 
des Dreifufses, und die genaue senkrechte Einstellung der 
selben wird durch die beiden Schraubfüfse bewirkt. Theil- 
kreise sind am Fernrohr hier nicht angebracht Dagegen ist 
am unteren Theil des einstellbaren Sichtzieles ein nach beiden 
Text-Abb. 3. 
Anbringung der Thermometer. 1: 5.
	        
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