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Full text: Die Nationalgalerie zu Berlin / Scheffler, Karl (Public Domain)

Bestimmung zum Teil wenigstens zurückgegeben werden kann, wenn der Bau Stülers und 
Stracks nicht mehr so ausschließlich ein Ausstellungshaus zu sein braucht. Es wäre schon ein 
bedeutender Vorteil, wenn durch diese Umbauten die kalte Pracht, die unbehagliche, grelle 
und freudlose Stimmung aus den Ausstellungsräumen verbannt würde. Da zugleich aber einige 
hundert Meter Behangfläche gewonnen werden, und da das Licht sehr entschieden verbessert 
wird, so geschieht mit diesem Umbau eigentlich Alles, was unter den gegebenen Umständen 
verbessernd geschehen kann. Es ist eine nicht geringe Diplomatenleistung, daß es dem Direktor 
Justi sobald nach dem Abgang seines Vorgängers gelungen ist, die Zustimmung der immer 
jeder Neuerung widerstrebenden Instanzen zu gewinnen. Es kann nun bei der Aufhängung 
Das Gebäude der Berliner Nationalgalerie vom Neuen Museum aus gesehen. 
der Bilder ganz anders disponiert werden, es kann viel mehr das Zusammengehörige vereinigt 
und damit eine übersichtliche Gruppierung hergestellt werden. Freilich entspricht der innere 
Organismus nach diesen Veränderungen der äußeren Form des Hauses noch weniger als 
früher. Aber darauf muß bei allen Verbesserungen des Ausstellungshauses von vornherein 
verzichtet werden. Das ganze große und stolze Gebäude ist so sehr in Idee und Durchführung 
ein Muster des Unorganischen, daß keine Bemühung jemals ein wirklich gutes Ausstellungs- 
haus daraus wird machen können. Man muß suchen, an dem dekorativen Gesamteindruck des 
Äußern Genüge zu finden. Eben darum aber ist es unverantwortlich, daß die Erbauer des neuen 
von A, Messel noch entworfenen Museumskomplexes neben der Nationalgalerie, die sonst 
doch immer das Wort von der „pietätvollen Erhaltung des Historischen“ im Munde führen, 
sich nicht gescheut haben, den hinteren Teil der die Nationalgalerie umgebenden Säulenhalle 
niederzureißen, um Raum für die Neubauten zu gewinnen. Dadurch ist die Einheit der Anlage
	        
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