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Full text: Die Nationalgalerie zu Berlin / Scheffler, Karl (Public Domain)

wie Buchholz sie produzierte, noch nicht vorhanden. Die „Harzlandschaft“ (Nr. 885) gibt von 
den Qualitäten dieser Landschaftsmalerei einen sehr guten Begriff. Wie der Blick über den 
beschatteten Vordergrund hin in die lichte Ferne des offenen Landes geführt wird, ohne daß 
ein wohlfeiler Effekt Teil daran hätte, das bezeichnet schon einen ganz malerisch sehenden 
Künstler. Von den eigentlich charakteristischen Buchholzmotiven, von den Bildern aus dem 
„Webicht“, einem Gehölz bei Weimar, ist in der Nationalgalerie keines zu finden; statt dessen 
ist aber ein „Frühling in Ehringsdorf“ da (Nr. 886), ein früher Versuch, den Frühling in all 
seiner blühenden Helligkeit zu malen, der vollen Ersatz bietet. Es ist ein fast mädchenhaft 
zartes Bild, keusch, ohne alle Atelierlüge und von einer rührend stillen Seligkeit erfüllt. Die 
duftig blaue Ferne jubelt förmlich in ihrer Tonzartheit, Die magere Nazareneranmut ist in diesem 
Bildchen malerisch unmittelbar geworden. Die Darstellung ist reich an Farben und Valeurs, 
doch wirkt sie einfach. Das Motiv ist sehr glücklich gewählt und klug abgerundet. Zum 
Beispiel durch die hellen Tücher rechts im Vordergrund. Als Buchholz dieses Bild schuf, war 
er ein Maler frohen Auges; er war ein Heimatkünstler in der alleredelsten Bedeutung des Wortes. 
In Buchholzens Nähe steht Hoffmann-Fallersleben (geb. 1855), wie man es seinem 
Bilde „Erster Schnee“ (Nr. 930) deutlich anmerkt, wenn der harmonisierende Geist des un- 
glücklichen Freundes auch fehlt. Der Schnee rechts vorn vermag nicht recht zu überzeugen. 
Die Landschaftsstimmung als Ganzes ist aber wahr gesehen und rein empfunden. Schön sind 
das emailleartige Blau des Abendhimmels und die Andeutung der Ferne. 
Karl Buchholz. Frühling in Ehrinosdarf.
	        
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