der Dereinigung Niederländischer und Italienischer Formensprache seine bildnerische Der—
zörperung. — Französische Aufklärung durchsetzt das absolute Regiment des Großen Friedrich
nit einem rassefremden Element, daß sich in kurzer RKokokoblüte erschöpft, um in dem
erstarkten Borussentum aufzugehen. Der auf eine überragende Persönlichkeit begründete
Friederizianische Staat bricht unter revolutionärem Druck gekommen. — In den Befreiungs—
zriegen bildet sich ein neues auf gegenseitigem Vertrauen beruhendes Derhältnis zwischen
fürst und PDolk, das politisch in der Organisation freier Gemeinwesen, künstlerisch in den
geschlossenen Hellenistischen Bauformen Schinbkels zum Husdruck gelangt. — Vach kurzem
5tillstand voll romantischer Träume und unreifer politischer Bestrebungen ersteht in
gewaltigem Kingen, an dem die Stämme mit ihren Führern gleichmäßig teilnehmen, das Neue
zeich unter Preußischer hegemonie. Bei dem Mangel einer bodenständigen Kultur klingt der
Jubel über den erzielten Erfolg, der allgemeine wirtschaftliche KAufschwung in einer viel—
timmigen, unrein dissonierenden Stilsymp' Der konsequenten Kunstpolitik der
zohenzollern mußte es versagt bleiben, ei Endige Kultur zu schaffen,
aber es ist ihnen gelungen, den RKythm dro Gafolgschaft der
politischen Entwickelung hineinzugewöhn J
virkung herzustellen. Herrschergewalt
päter muß, wie die geschichtliche Erf
ꝛrwachten Kasseinstinkten befruchtete
Hier setzt die Kunstpolitik K
politischen auch das kulturelle Der
iberzeugt, knüpft er überall die
ormen als reinster Ausdruck Ge
»urch die ruhmvolle Dergangenheit eg
derkörperung der Erfolge, die Fürst
ꝛrrungen haben.
Von allen Seiten drängen Ideengänge heran, die nach bilb.
Die ungeheuren Jortschritte der Naturwissenschaft und Technik, die werrdun,
behnung des Handels, die sozialen Verpflichtungen, die der wachsende Nationalwo..
erlegt. Die frei schaffende Künstlerschaft sucht den neuen HAufgaben ihrem Wesen entsprechen
nit neuen Mitteln gerecht zu werden: Naturalismus, Glorifizierung der Maschine, Elend—
nalerei und schließlich der ohnmächtige l'art-pour-l'art-Schrei, hinter dem sich der Appell an
die angeblich allein zum Urteil berufene zahlungsfähige Minderheit birgt, um schließlich in
inen ästhetischen Seufzer auszuklingen. Auch der nicht mehr abzuweisende Weltmachtsgedanke
findet seinen schwächlichsten Widerhall in dem Rufe nach einer entnationalisierten,
eder rassigen Eigenart entkleideten Ellerweltskunst.
Demgegenüber betont Kaiser Wilhelm unter vollem Einsatz seiner Persönlichkeit, daß die
politische Zukunft dem rassestärksten, die künstlerische dem in seiner Eigenart beharrlichsten
Dolke gehört. Die Tradition ist ihm aufgespeicherte nationale Kraftfülle, die sich inter—
aationale' Geltung naturnotwendig erzwingt. Die Weltmachtfrage wird vielleicht einmal
auf kriegerisch-politischem Wege provisorisch, sicher aber und endgültig auf friedlich—
zulturellem Wege gelöst. Moderne Gedankengänge des Maschinen-Zeitalters bedeuten einen
zuwachs überkommener Energie. Die Lation, der es gelingt, sie in festumrissener künstlerischer
FJorm ihrem Rulturschatz einzuverleiben, erweist sich als die stärkste und hat somit
begründete Eussicht, den kommenden Jahrhunderten den Stempel ihrer Eigenart aufzuprägen.
Die Kunstpolitik Kaiser Wilhelms ist ein Aufruf an sein Dolk, dem es heeresfolge leisten wird
und muß, nicht nur durch traditionelles Pflichtgefühl gebunden, sondern in dem freien und
freudigen Bewußtsein, daß der Wille zur Weltmacht der kulturellen Kasseinstinkte bedarf, um
ich durchzusetzen. Was bisher die Schwäche der Deutschen VNation bildete, die selbständige Eigen—
art ihrer Stümme, ist durch den politischen Zusammenschluß nicht beseitigt worden, wird aber auf
zünstlerischem Gebiet zum Kraftzuwachs, wie das Beispiel des auf ähnlicher Basis beruhenden
zellenismus bezeugt. Ob von einer Anknüpfung an die Spuren der früheren Städte- und
zöfekultur dauernde Erfolge zu erwarten sind, mag dem Endrängen einer neuen Weltinschauung
gegenüber zweifelhaft erscheinen. Jedenfalls handelt es sich in unserem Jahr—
zundert nicht mehr um leichte Erfolge, wie sie früher von der Sivilisation über die Barbarei
»avongetragen wurden, sondern um ein heißes Ringen gleichberechtigter Kulturen. Der Sieg
im Kampfe um die ideelle Weltmachtstellung kann der Deutschen Nation nur dann zuteil werden,
venn es gelingt, das freie Spiel ihrer aus Stammeseigenart erwachsenen Kräfte zu gemein—
amer Arbeit anzuspannen. Die vorbildliche Kunstpolitik der hohenzollern hat die Pfade zur
Zrreichung eines so hohen Zieles gewiesen. Möge die Nation in sich die Energie finden, ihnen
unentwegt zu folgen