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Sankt Marien

Full text: Die Altertümer der St. Nikolai-, St. Marien- und Klosterkirche zu Berlin / Kurth, Julius (Public Domain)

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der jetzige Altar errichtet, 1817 eine gruͤndliche Renovierung des 
Inneren der Kirche vorgenommen, die den Stadtrat Klein zu 
seiner kleinen Monographie zugunsten einer „Erweiterung und 
Verschoͤnerung der Marien⸗Orgel“ veranlaßte (1819). 
Außerordentlich war auch in St. Marien der Reichtum an 
Altaͤren. Der aͤlteste Altar wird 1300 erwaͤhnt; er war dem 
heiligen Nikolaus, dem Schutzpatron der Kalandsbruͤderschaft in 
Teltow, errichtet. Nach Borrmann mache ich weiter namhaft: 
einen Altar des heiligen Mauritius (1326), des Hippolyt, 
Matthias und Stephanus (1335), der Maria Magdalena (1337. 
1375), des Andreas (1345), der Barbara und der Medizinheiligen 
Kosmas und Damianus sowie des Matthaͤus (1350), der Elf⸗ 
tausend Jungfrauen (1366), des Johannes, Sigismund, Hugbert, 
der Katharina, Barbara und Dorothea (1370. 1372), der Agnes 
(1375), des Evangelisten Johannes, des Bartholomaͤus und der 
Agathe (1417), des Sigismund (1420), der Barbara, Adelgunde, 
Brigitte und des Apostels Jakobus (1422), der heiligen Drei⸗ 
einigkeit und der Jungfrau Maria (1466) und des Fabian und 
Sebastian (1508).1) Die Kalandsbruͤder besaßen nicht weniger 
als fuͤnf Altaͤre. Erst 1539 raͤumte die Reformation damit auf 
und verschrieb die Einkuͤnfte an die Geistlichen, Schulbedienten 
und Organisten. 
Was fuͤr ein farbenbuntes Bild muͤssen diese zahlreichen 
Altaͤre mit ihren Gemaͤlden, Holzschnitzereien, Gold- und Seiden— 
schmuck gegeben haben! Das ganze Gotteshaus muß im Gegen⸗ 
satze zu dem feierlichen Ernst, der es heut durchweht, einen 
durchaus heiteren Charakter gehabt haben. 
Wir halten uns nicht an das Gewesene, sondern an das 
Gewordene. Nur Truͤmmer der altgotischen Herrlichkeit sind 
geblieben: so zwei Tafeln mit dem Tempelgange und der Ver— 
maͤhlung der Jungfrau Maria, der Darstellung Christi im Tempel, 
seiner Geißelung, Kreuzigung, Grablegung usw., zwei schlichte 
Kruzifixe, die das Maͤrkische Museum uͤbernommen, drei Evan— 
i) Rlein J c. erwaͤhnt einen Altar der Maria, Magdalena und Agnes (1883) 
als den aͤltesten bekannten, außerdem noch den des Erasmus.
	        
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