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Sankt Marien

Full text: Die Altertümer der St. Nikolai-, St. Marien- und Klosterkirche zu Berlin / Kurth, Julius (Public Domain)

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streifen die knienden Gestalten des Stifters in Schwarz und 
eines Knaben in Rot sowie zweier Frauen, dazwischen zwei 
Wappen zeigt. 
Darunter sehen wir das große Doppelepitaph der Frau Mar⸗ 
garetha Mieser, Tochter des Buͤrgermeisters Mieser, zuerst 
mit EChristian von der Linden (vgl. S. 83), dann mit Johann 
Tieffenbach verehelicht (F am 1. Januar 1687), und ihrer Tochter 
Anna Maria von der Linden, verehelicht mit Michael 
kudolff, die im selben Jahre starb. Die Platten sind aus 
schwarzem Marmor gemeißelt, die reich vergoldete plastische Um⸗ 
rahmung ist mit vier allegorischen, bunt gefaͤrbten Reliefs ver⸗ 
ziert: Oben das himmlische Jerusalem mit dem Gotteslamm und 
der Inschrift: „Im Vaterland“, unten eine Krone auf einem 
Felsen mit der Inschrift: „Dort ist Bestand“, links der weizen⸗ 
maͤhende Tod: „Hier alles nichtig“, rechts eine aus Wolken 
ragende Hand, die einer roten Lilie einen Spiegel vorhaͤlt: 
„Hier alles flichtig“. 
Rechts davon haͤngt das Olbrustbild des Archidiakonus 
Friedrich Sigismund Augustin ( 1754) und des Archi⸗ 
diakonus Johann Samuel Dietrich (6 4797), von dem Klein 
gute biographische Notizen gibt, zwischen beiden das Totenschild 
des Herrn Jobst Friedrich von Goͤtzen, Obristen und Gouver⸗ 
neurs von Memel (f 41669), eine farbenreiche Plastik, die das 
Wappen des Offtziers zwischen allerlei Kriegsgeraͤt zeigt, darunter 
das Brustbild eines mir unbekannten Geistlichen, neben ihm die 
Bildnisse der Prediger Muͤllensiefen (f 1893) und D. Weser 
(—19114). Dies letzte, vorzuͤglich getroffene, ist von dem Grafen 
Kalckreuth gemalt. Unter dem unbekannten Portraͤt das Brust⸗ 
bild des Predigers Johann Friedrich Zoͤllner (f 1804). 
Parallel dem eben genannten Totenschilde, zwischen dem 
zweiten und dritten Fenster, ist ein zweites angebracht, das dem 
Geheimen Rat und Generalkriegskommissar Claus Ernst von 
Platen (—f, 1669) gewidmet ist. Oben halten zwei Amoretten 
eine Krone, in der Mitte ist das bunte Wappen des Verstorbenen, 
das Ganze wird von einer reichen Pflanzenumrahmung um⸗ 
schlossen.
	        
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