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1867-1878

Full text: 50 Jahre Gewerkschaftsarbeit (Public Domain)

wesend waren. Nächst der Beratung des Statuts war die Lohn— 
und Tariffrage der wichtigste Gegenstand, und wurden haupt— 
sächlich folgende Beschlüsse gefaßt: „Die Gauverbände haben eine 
Klassifizierung ihrer Städte für den Prozentzuschlag auf den 
Normaltarif bis zum 1. Oktober d. J. vorzunehmen und das 
Resultat unter Beifügung der Wohnungs- und Lebensmittelpreise 
der Verbandsleitung zur Genehmigung zu unterbreiten. — Vom 
1. Januar 1875 ab darf kein Verbandsmitglied unter anderen Be— 
dingungen arbeiten, als sie der Normaltarif zuläßt. — Der Vor— 
stand des Prinzipalsvereins ist zu veranlassen, seine Mitglieder 
zur Zahlung des Normaltarifs zu verpflichten. — Der Deutsche 
Buchdruckertag verwahrt sich im Namen des Deutschen Buchdrucker⸗ 
verbandes gegen jede einseitige Reduktion und Vernichtung des 
Tarifs, sowohl seitens der Prinzipale wie der Gehilfen, und fordert 
von beiden Teilen zur Sicherung des Rechts die Anrufung der 
Schiedsämter resp. des Einigungsamts sowie Anerkennung ihrer 
Entscheidungen. — Die Drucker sowie Schriftgießer haben 
Tarife auszuarbeiten und diese bei der Verbandsleitung ein— 
zureichen. — Regelmäßige Uberarbeit eines und desselben 
Kollegen ist verwerflich. Es hat bei regelmäßiger Üüberarbeit ein 
Wechsel des Personals stattzufinden. Die Regelung dieser An— 
gelegenheit hat bis zum nächsten Buchdruckertage zu geschehen, doch 
bleibt es den einzelnen Orten resp. Gauen überlassen, den ge— 
eigneten Zeitpunkt innerhalb der angegebenen Zeit zu wählen. 
Der Verband übernimmt die etwa erforderlichen Unterstützungen. 
Jedes Arbeiten nach 7 resp. 8 Uhr abends ist als überarbeit zu 
betrachten. Endlich wurde beschlossen, die Verbandsmitglieder 
aufzufordern, mit allen Kräften dahin zu wirken, daß die regel— 
mäßige Sonntagsarbeit, wo sie noch besteht, aufgehoben 
wird. — Weiter wurde beschlossen, eine Regelung der Lehr- 
lbingsfrage in die Wege zu leiten. — Als wünschenswert wird 
erklärt, daß an Orten, wo mindestens zehn dem Verband an— 
gehörige Drucker resp. Maschinenmeister konditionieren, 
sich Sektionen bilden zum Zweck der Beratung über vorkommende 
Tarif- und andere Fragen. — In einer geschlossenen Sitzung wurde 
die Stellung des Verbandes zum Prinzipals— 
verein und die mangelnde Exekutive des Einigungsamts be— 
sprochen. — Als Tagungsort des nächsten Buchdruckertages wurde 
Eisenach gewählt. Der „Korrespondent“ sollte vom 1. Januar 1875 
ab dreimal wöchentlich erscheinen. 
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