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1907-1911

Full text: 50 Jahre Gewerkschaftsarbeit (Public Domain)

über die Lage der Berliner Gehilfenschaft den Tagungen von 1911 
vorlegen zu können, das zur Verbesserung auf tariflichem Gebiete 
verwendet werden konnte. 
Eine Arbeitslosenstatistik umfaßte die Zeit vom 
1. Oktober 1909 bis 30. September 1910. Während dieser Zeit 
wurden 197 681 beschäftigungslose Arbeitsstage bei den Mit— 
gliedern festgestellt; das bedeutet nach Abzug der Kranken bei 
10 330 arbeitsfähigen Mitgliedern einen Verlust von 19,1 Arbeits- 
tage pro Kopf. Arbeitslos waren in der Berichtszeit von insgesamt 
10 754 Mitgliedern 4226 oder 39,3 Prozent. Die Durchschnitts⸗ 
dauer der Arbeitslosigkeit betrug 46,7 Tage; sie schwankte bei den 
einzelnen Sparten folgendermaßen: Setzer 46,8, Maschinenmeister 
48,4, Schweizerdegen 34,6, Stereotypeure und Galvanoplastiker 
63,7 und Gießer 31,1 Tage. Die 4226 Mitglieder waren im ganzen 
9663 mal arbeitslos, im einzelnen bis zu 17 mal. Mehr als vier— 
mal arbeitslos waren 10,9 Prozent der Setzer, 11,6 Prozent der 
Drucker, 11,9 Prozent der Stereotypeure und Galvanoplastiker 
und 43 Prozent der Gießer. Arbeitslosigkeit bis zu einer Woche 
lag in 32,9 Prozent der Fälle vor. Besonderen Einfluß auf die 
Arbeitslosigkeit in Berlin übte auch der starke Zustrom von außer— 
halb aus, gelangten doch im Berichtsjahre 897 Anfragen an den 
Gauvorstand, ob sie in Berlin Stellung annehmen können. 
Trotz der hier dargestellten Arbeitslosigkeit wurde jedoch eine 
ganz erhebliche Zahl von Üüberstunden geleistet. In vier 
Wochen, vom 10. April bis 7. Mai 1910 leisteten überstunden in 
289 Betrieben 6045 Setzer 51892 (pro Kopf und Woche 2,14), in 
80 Betrieben 475 Maschinensetzer 3461 (1,82), in 88 Betrieben 
331 Korrektoren 302656 (2,26), in 284 Betrieben 1878 Maschinen- 
meister 20324 (3,24), in 80 Betrieben 892 Stereotypeure und 
Galvanoplastiker 4896 (3.12), in 17 Betrieben 244 Gießer 645 
(0,66); zusammen 9365 Gehilfen 88244 (2,35). Lehrlinge 
leisteten folgende Üüberstunden: in 238 Betrieben 799 Setzerlehr— 
linge 206126 (0,664 pro Kopf und Woche), in 221 Betrieben 
458 Druckerlehrlinge 2617 (1,44), in 33 Betrieben 67 Stereotypeur⸗ 
lehrlinge 288 (1,07), in 6 Betrieben 34 Gießerlehrlinge 90 (0.66): 
zusammen 1358 Lehrlinge 505626 (0,93). 
Das Verhältnis der Gehilfen zu den Maschinen in den 
Druckersälen ist in folgenden Zahlen ausgedrückt: In 284 Betrieben 
arbeiteten an 1506 Schnellpressen 1176 Gehilfen, an 613 Tiegel— 
druckpressen 147 Gehilfen, an 338 Spezial- oder Doppelmaschinen 
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