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1879-1891/92

Full text: 50 Jahre Gewerkschaftsarbeit (Public Domain)

Tarifkommission nicht zu ergielen, ist die festgesetzte Unterstützung 
zu gewähren. 
3. Alle weiteren durch die Tarifbewegung entstehenden Ausgaben 
sind aus dem Unterstützungsfonds zu bestreiten.“ 
Die Elferkommission hatte bei ihren Feststellungen zunächst 
mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Von 240 Druckereien und 
Gießereien, an welche im Monat März Fragebogen versandt 
waren, schickten nur 108 dieselben ausgefüllt zurück. In diesen 
108 Firmen waren 1559 Setzer-, 166 Drucker- und 20 Gießer—⸗ 
gehilfen beschäftigt, zusammen 1745 Gehilfen sowie 365 Setzer— 
und 85 Druckerlehrlinge, insgesamt 450 Lehrlinge. Die 
fehlenden Firmen mögen wohl alle Ursache gehabt haben, ver— 
schwiegen zu sein. Z. B. wurde der Fragebogen von der Firma 
Ihring & Fahrenholz mit dem Bemerken zurückgesandt, es habe 
kein Gehilfe Zeit, denselben auszufüllen; bei der Firma standen zu 
der Zeit 2 Gehilfen und 10 bis 12 Lehrlinge. Eine rühmliche Aus— 
nahme machte die Reichsdruckerei; zwar wurden die Fragebogen 
nicht ausgefüllt, aber der Tarif kam dort zur vollen Geltung. Die 
Einsammlung der 10 Pf.-Steuer wurde auf direktes Ansuchen an 
den Leiter der Reichsdruckerei, Geheimrat Busse, sofort zugelassen. 
Am 17. Mai wurden in einer Versammlung des Vereins 
Berliner Buchdruckereibesitzer die Prinzipale Grunert, 
Köpsel und Ostertag dazu bestimmt, sich mit der Tarif— 
kommission der Gehilfen in Verbindung zu setzen. 
In der Versammlung am 12. August vermochte die Elfer—⸗ 
kommission ein definitives Resultat der Verhandlungen mit den 
Prinzipalen noch nicht vorzulegen. Letztere hatten sich zwar mit 
dem Vorgehen der Gehilfen einverstanden erklärt, aber nichts 
getan, um die Forderungen derselben der Allgemeinheit der 
Prinzipale zu unterbreiten und sich auf eingezogene Erkundigungen 
mit der Abwesenheit verschiedener Prinzipale entschuldigt. 
Die Kommission wählte nun für sich eine Unterkommission, 
welche zum Zwecke der Durchführung des Tarifs folgende Vorlage, 
die auch einstimmig angenommen wurde, ausgearbeitet hatte: 
1. Alle Druckereien, die den Tarif mit 20 Prozent Lokalzuschlag 
nicht bezahlen, müssen durch Zirkular und durch Veröffentlichung in 
den verschiedenen Buchdruckerorganen den auswärtigen Kollegen be— 
kanntgemacht werden. 
2. Jeder Kollege, der vom 1. September ab in eine der im 
Zirkular aufgeführten Druckereien eintritt, ohne tarifmäßige Bezahlung 
zu erhalten, hat kein Anrecht auf eine Unterstützung seitens der Tarif—
	        
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