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Buchdrucks in unserer Stadt und damit von den Anfängen des
litterarischen und wissenschaftlichen Lebens im Zeitalter der
Reformation und kurz vor demselben nehmen.
Wenn ich schließlich die Wünsche, die wir für die Friedrich—
Wilhelms⸗Universität hegen, in ein Wort zusammenfassen soll,
so befinde ich mich in der glücklichen Lage, mich sehr kurz fassen
zu können. Der Universität wird zu ihrem Jubeltage das alte
Bibliotheksgebäude als zweites Kollegiengebäude nach würdigstem
Umbau überwiesen. Auf diesem Gebäude steht die allbekannte
Fridericianische Inschrift: Nutrimentum spiritus — mögen die
Studierenden, die Lernenden, den glücklichsten Tausch machen,
indem sie in jenen Räumen statt aus toten Büchern nunmehr
aus der lebendigen Rede begeisternder Lehrer belehrt werden!
An der Seite des Direktors Franke überreichte sodann Herr
Oberbibliothekar Dr. Friese sein historisches Jubiläumswerk:
Eure Magnifizenz!
Im Auftrage der Verwaltung der Universitäts-Bibliothek
habe ich die Ehre, eine Festschrift zu überreichen, die die Geschichte
der Bibliothek von den ersten Vorbereitungen ihrer Begründung
an bis auf die Gegenwart behandelt.
In dieser mehr als achtzig Jahre umfassenden Zeit ist die
Entwicklung der Bibliothek nicht immer glatt und kontinuierlich
verlaufen. Sie hat Perioden gehabt, in denen mehr als einmal
ihre Existenz überhaupt in Frage gestellt schien. Wenn die
Bibliothek dennoch aus allen grundsätzlichen Anfechtungen und
pekuniären Nöten heraus immer wieder zu neuer Kraft sich
aufgeschwungen hat, so verdankt sie das nicht zum geringsten
Teile der unentwegten Hilfe der Universität selbst, die ihr nie
gefehlt hat, vom Beginn ihrer ersten schwachen Wirksamkeit im
Jahre 1831 an bis in die allerneueste Zeit hinein.
Die Bibliotheksverwaltung ermächtigt mich, hierfür ihren
wärmsten Dank aus Anlaß der bevorstehenden Jahrhundertfeier
der Universität zum Ausdruck zu bringen, zugleich mit der Bitte,
die Universität möge ihrer Bibliothek auch auf dem ferneren
Entwicklungsgange ihren starken Schutz niemals versagen.