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II.

Full text: Der Millionenbauer / Kretzer, Max (Public Domain)

Der Millionenbauer. 
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Endlich brachen die Gäste auf. Schon wollte sich Hecken⸗ 
stett zum letzten Gruß verbeugen, als ihm noch etwas ein⸗ 
fiel. Der letzte Blick auf die Älteste hatte ihm diesen 
Gedanken eingegeben. Er bat um die Erlaubnis, sich am 
andern Tage nach dem Befinden der Damen erkundigen 
zu durfen. 
„Sehr angenehm, Herr Baron ... Soll uns eine große 
Ehre sein.“ Das Chepaar rief es fast gleichzeitig. Die 
Jüngste zuckte nicht mit der Wimper. Die Älteste aber 
schien Verständnis dafür zu haben, denn sie lächelte und 
nickte Heckenstett ermunternd zu. 
In dieser Nacht ergingen sich Heckenstett und Rigard 
noch in sehr lebhaften Meinungsäußerungen, bevor sie sich 
trennten, um ihre im Potsdamer Viertel belegenen Woh⸗ 
nungen aufzusuchen. 
III. 
Die Köppkes waren seit langer Zeit bereits in Schöne⸗ 
berg ansässig. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde 
der Ort fast ganz verwuüͤstet, so daß von den Hüfnern und 
den Kossäten nur etwa vier bis fünf Besitzer uͤbrigblieben; 
die andern hatte die Kriegsfurie auf Nimmerwiedersehn 
in die Fremde getrieben oder im eigenen Lande zugrunde 
gerichtet. Seit jeher hatte der Segen des Dorfes in der 
Erde gesteckt, denn der Boden war fett und ersprießlich. 
Wer im Orie fest saß, der hatte sein gutes Auskommen. 
Um so fühlbarer machte sich plötzlich der Mangel an Wir⸗ 
len in den verödeten Höfen und auf den herrenlosen Fel⸗ 
dern, deren letzte Halme von den bewaffneten Horden 
zertreten waren.
	        
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