Der Millionenbauer.
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Worte zwischen den Zähnen hervorpressend. „... Aber
das geht Sie ja eigentlich gar nichts an“, schloß er dann
rücksichtslos.
„Sie haben recht. Diese Dinge interessieren mich auch
gar nicht,“ erwiderte Frommberg mit kalter Höflichkeit.
„Bleiben wir einfach bei der Sache.“
Sie berieten nun eingehend, was für die Folge zu tun
sei. Das Endresultat davon war, daß Frommberg den
Vorschlag machte, sich mit Dora Tietz in Verbindung zu
setzen, um sie zu bestechen. Köppke fand die Ausführung
dieses Gedankens zuerst sehr gewagt, erklärte sich aber
schließlich damit einverstanden. Er wollte es aber zunächst
auf einen Versuch ankommen lassen, bevor er sich zur Zu⸗
sage einer bestimmten Summe verpflichtete. Man dürfe
diesem Mädchen nicht zu viel trauen; wer könne auch
wissen, ob sie nicht seinem Schwiegersohne sofort alles
enthüllte. Schließlich fragte er, ob es nicht besser wäre,
wenn er selbst sie aufsuchte, um ihr sein Herz auszuschütten.
Bei diesen Worten lachte er vergnügt vor sich hin. Er
erinnerte sich wieder des lustigen Abends in Wilmersdorf:
der grünen Bäume, des bunten Lebens im Tanzsaale und
der von der Hitze geröteten Wangen Doras. Verfügte
er nicht über Millionen, brauchte er nicht bloß in die
Tasche zu fassen, um alle ihre Wuͤnsche zu erfuͤllen?
Hundertmal eher, als sein Schwiegersohn es tun konnte!
Dummstolz und Eitelkeit regten sich wieder in ihm; der
Wunsch, einmal zu beweisen, daß man sich durch Geld
alles kaufen könne, packte ihn in diesen Minuten so mächtig,
daß er wie in einem Banne lag und kaum hörte, was
Frommberg zu ihm sagte. „Hm, hm,“ machte er einige⸗
mal, als könnte er noch nicht recht zu einem Entschlusse
Kretzer (B. 716—720). 20