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XII.

Full text: Der Millionenbauer / Kretzer, Max (Public Domain)

Der Millionenbauer. 
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„Gott sei Dank,“ sagte Henriette, als sich die Tür ge— 
schlossen hatte. „Der Kleine ist gerade zur richtigen Zeit 
gekommen. Nun können wir mit der Blamage noch warten.“ 
XIII. 
„Was Teufel, — du bist schon wieder zurück? Das 
war aber schnell gegangen,“ sagte Heckenstett und begrüßte 
den zierlich gebauten Musiker auf das herzlichste. 
„Ja. Ich hielt es nicht länger aus. Eigentlich war 
es ein böser Traum, der die Sehnsucht nach Berlin in 
mir erweckte. Denke dir nur ... Es war in Verona, 
ich hatte mir die Grabstätte Romeos und Julias ange— 
sehen. Das muß wohl in der Nacht noch nachgewirkt 
haben. Denn plötzlich war ich gestorben. Ich sah dich 
und Dora an die Bahre herantreten und hörte, wie ihr 
meinen Tod auf das lebhafteste bedauertet. Zum Dank 
dafür, daß ich euch den Gefallen getan hatte, nichts mehr 
zu sehen und für immer stumm zu bleiben, wurdet ihr 
sehr zärtlich und gabt euch einen Kuß über den andern.“ 
„Ums Himmelswillen, wenn das meine Frau hörte!“ 
unterbrach ihn Heckenstett lustig und blickte um sich. 
„Du kannst dir denken, wie ich mich am andern Morgen 
freute, als ich vom Scheintode erwachte,“ fuhr Rigard 
mit ernster Miene fort. 
„Teufel auch, — zu sterben ist keine Kleinigkeit,“ fiel 
Hugo abermals ein. „Dann bist du natürlich von der 
Eifersucht geplagt worden und hast allen Ernstes gedacht, 
dieser Traum könnte wirklich in Erfüllung gegangen sein?“ 
„Zur Hälfte wenigstens,“ erwiderte Rigard. „Bei deiner 
Don-Juan-Natur und der Unbeständigkeit der Weiber —“
	        
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