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XII.

Full text: Der Millionenbauer / Kretzer, Max (Public Domain)

Der Millionenbauer. 
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„Und ich sage nochmals: daraus wird nichts ... Hörst 
du! ... Er hat dem gutmütigen Schaf den Kopf ver—⸗ 
dreht. Ich werde ihm sagen, daß er sich aus dem Hause 
scheren solle. Er hat sich nun lange genug hier herum⸗ 
gedrückt.“ 
„Darüber habe ich zu bestimmen. Es bleibt dabei.“ 
„Aber Mensch, bist du rasend! Er war der Bursche 
des Barons, und er soll sein Schwager werden.“ 
„Ach, dein Baron ... Ich pfeife auf die ganze Sippe. 
Ich werde ihm die Tür weisen, wenn er sich noch einmal 
sehen läßt. Dieser ... Ich hätte beinahe etwas gesagt.“ 
„Wie, du willst mir widersprechen? Ich sage dir zum 
letzten Male: diese Schande wird nicht über uns gebracht. 
Ich soll mich wohl vor ganz Schöneberg schämen.“ Mit 
wachsendem Erstaunen und zurückgehaltenem Zorn hatte 
sie seinen kalten, spöttischen Widerspruch entgegengenom⸗ 
men. Plötzlich wich sie einen Schritt vor etwas ganz 
Unerwartetem zurüuͤck. 
Koͤppke schlug auf den Tisch, daß das Geschirr klirrte. 
„Wer ist hier Herr im Hause?!“ schrie er ohne jede 
Mäßigung. „Ich bin es und niemand anders. Alles, 
was hier ist, gehört mir ganz allein. Ich habe zu be—⸗— 
stimmen, was geschehen soll. Du hast deine Zuckerpuppe 
an den Mann gebracht, und ich werde die andre ver⸗ 
heiraten. Von heute ab ist ein Strich gemacht zwischen 
dem Paͤrchen da unten und meinem Hause. Und Hans 
Köppke will ein Hundsfott sein, wenn er sein Wort nicht 
haͤlt ... Wie? Was? Ihr waͤret nicht zu Hause ge⸗ 
wesen? Beschwindelt habt ihr mich, nichtswürdig be— 
schwindelt! Hinten habt ihr 'gesessen, während vorn alles 
dunkel war. Ich habe den großen Herrn vor mir die
	        
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