Verein der Berliner Volksküchen von 1866. 49
allabendlich aufgenommen werden können, viele abgewiesen
werden. Mittagessen, woran sich auch in der Nachbar—
schast wohnende Frauen und Mädchen betheiligen können,
wurde in 25447 Portionen gereicht; die Abende werden
in geselligem Beisammensein unter Leitung der Haus—
mutter Frau Pieper und einer „Schwester“ zugebracht.
Die Kosten sollen durch ein Monatsblatt „Heimath—
glocken“ und aus den Erträgen der in 200 Häusern aus—
gehängten „Sammelsterne“ sowie durch Beiträge gedeckt
werden. Die Verpflichtung zu festen laufenden Jahres⸗
beiträgen ist sehr erwünscht.
Zum Vorstand gehören: Frau v. Braunschweig.
Frau Gräfin Harrach. Fräulein A. und H. Vollmar.
Herr Hofprediger Vieregge.
36. Perein der BVerliner Volksküchen
von 1806.
Der unter dem Protektorate Ihrer Majestät der
Kaiserin und Königin stehende Verein läßt in den von
ihm eingerichteten, auf dem Grundsatze der Selbsthilfe
beruhenden Küchen, deren Zahl bis jetzt 10 beträgt, billige
und gesunde Speisen bereiten, welche er ohne Unterschied
an jedermann verkauft. Der aus dem Betriebe sich er—
gebende Ueberschuß wird zur Begründung neuer und
Erweiterung der alten Küchen, sowie zum Reserve—
fonds verwendet. Jeder Küche steht eine Dame vor,
welcher Ehrendamen durch Aufsicht während der Speise—
zeit, Prüfung der Güte des Essens und Verabreichung
desselben an das Publikum Beistand leisten. Die Mittags—
Speisung findet fortdauernd während des ganzen Jahres
(die ganze Portion zu 25 Pf. die halbe zu 15 Pf.) siatt.
Abends wird nur in den Wintermonaten Essen zu 5 bis
10 Pf. verabreicht.
Es existiert eine Unterstützungskasse, bestehend aus
den Zinsen verschiedener Stistungen und Geschenke, welche