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Knobbe) — Sie hatten von Ihrem Vetter gesprochen.
Sagten Sie nicht, daß er Garderittmeister ist?
Frau Knobbe
Er war in Zivil. Er ist Garderittmeister. Er erkannte
mich, und wir feierten schmerzlich selige Stunden alter
Erinnerung. In seiner Begleitung befand sich — ich
nenne den Namen nicht! — ein blutjunger Leutnant.
Kerlchen wie Milch und Blut, aber zart und schwer—
muͤtig. Herr Direktor, ich habe die Scham verlernt!
man hat mich neulich sogar aus einer Kirche heraus⸗
gewiesen: warum soll eine so zertretene, entehrte, ver⸗
lassene, mehrmals vorbestrafte Person vor Ihnen nicht
offen bekennen, daß er der Vater meines Helfgott
Gundofried geworden ist.
Direktor Hassenreuter
Des Kindes, das Ihnen entwendet wurde?
Frau Knobbe
Wie die Leute sagen. Es kann ja sein! ich selbst, ob—
gleich meine Feinde maͤchtig sind und jedwedes Mittel
in der Hand haben, ich bin noch nicht ganz uͤberzeugt
davon. Vielleicht ist es aber doch ein Komplott, von
den Eltern des Vaters angezettelt, Menschen, die, Sie
wuͤrden erstaunen, Traͤger eines der aͤltesten und be—
ruͤhmtesten Namens und Geschlechtes sind. Adieu!
Herr Direktor, was Sie auch von mir hoͤren sollten,
denken Sie nicht, mein besseres Fuͤhlen ist in dem
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