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III. Der kleine Dög

Volltext: Im Riesennest / Kretzer, Max (Public Domain)

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Aber Dög wurde nicht irre und tanzte ruhig 
weiter. Endlich blieb er stehen und begann leuchten— 
den Auges: 
„Habt ihr's nun alle gehört? Ich, der kleine 
Dög, bin der letzte Nachkomme des großen Edo— 
miters Dög. Mein Geschlecht ist dreitausend Jahre 
alt. Morgen werde ich mich nach meinem Wappen 
umsehen.“ Dann machte er eine Pause und kicherte 
in sich hinein: „Hihihi — wahrscheinlich bin ich 
nun auch mit dem König Saul verwandt, hihihihi. 
Ich hab's immer gesagt, daß ich aus guter Familie 
stamme, hihihihi, aus einer Beamtenfamilie 
hihihihi.“ Er drehte sich abermals im Kreise. 
„Nachtwächter ist auch Beamter,“ bemerkte 
der Berliner, und der Bremer fügte hinzu: „Das 
s-timmt; mein Vater s-ætand auch in s—tädti⸗ 
s-csen Diensten als Laternenans⸗tecker, die 
s-tehen auch im Beamtenrang.“ 
Wenige Tage darauf fanden wir an unsern 
Plätzen sauber ausgeführte Visitenkarten mit der 
Aufschrift: „Baldamus Dög. Letzter Nachkomme 
des Dög, Edomiters.“ Und unten links in der 
Ecke: J. Samuelis, Kapitel 22, Vers 9—18. 
Wochen waren wieder vergangen. Nach wie 
vor nahm der „Edomiter“, wie Dög jetzt genannt 
wurde, seine Bekehrungsversuche vor, bis plötzlich
	        
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