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IX. Die Geschichte eines schwarzen Anzuges

Full text: Im Riesennest / Kretzer, Max (Public Domain)

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nennen darf. Im Winter möchte man keinem Hund 
so eine Wohnung gönnen, und im Sommer ist es 
vor Ungeziefer nicht zum Aushalten. Das alles 
aber vermochte den Peter Krummbaum nicht ab— 
zuhalten, täglich hundertmal zu versichern, daß 
dort drüben inmitten der schmutzigen Wände eine 
Perle sich befinde, die wert sei, in einem Palast 
als Juwel zu glänzen. Kathi Helfer eben, das 
junge, sechzehnjährige Ding mit dem blonden Haar 
und den blauen Augen, — Augen, Herr, daß es 
einem durch und durch geht, wenn sie so nach ihrer 
Gewohnheit langsam die Wimpern hebt, und die 
beiden treuen Sterne einem so klar und unschuldig 
ins Antlitz schauen, — wie die Tautropfen, Herr, 
die ich im Herbst so oft in früher Morgenstunde an 
den Gräsern und Büschen habe hängen sehen, — 
gerade so. 
Seht Ihr auch dort auf der andern Seite, 
wo sich die Mühle jetzt befindet, die lange Pappel⸗ 
reihe? Das ist die neue Chaussee nach Berlin, 
die vor drei Jahren gebaut wurde. Damals stan⸗ 
den dort noch keine Bäume, denn sie wurden erst 
gepflanzt. Die Sonnenstrahlen hatten freien Spiel⸗ 
raum, und die armen Steinklopfer schwitzten Blut 
und Wasser. Ich war auch dabei, und es war gerade 
um die Zeit, als ich den Peter dort kennen lernte.
	        
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