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Die Zweiseelenmenschen

Full text : Berliner Sittenbilder / Kretzer, Max (Public Domain)

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mit ihrem Bruder kommen sahen, traten sie neu—
gierig in den Torweg.
„Nun hat die Klara erzählt, daß du hier bist,
und nun bleiben sie alle noch draußen stehen, um dich
zu sehen“, sagte Martha lächelnd und blickte ihn
glücklich an. „Sie wollen es gar nicht glauben,
daß du mein Bruder bist“, fügte sie hinzu. „Nun
mußt du aber auch zu allen freundlich sein, ja?“
Und kaum hatte Eduard, noch in bester Rausch—
laune, die Mädchen mit kecken Redensarten beglückt,
so plapperte Martha dazwischen. „Das hier, Eduard,
ist meine beste Freundin Klara, von der ich dir
erzählt habe. Nun gebt euch mal die Hände, sie
kennt dich schon.“
„Aber Martha, was soll dein Herr Bruder denken!“
Eine volle, glockenreine Stimme klang Eduard
entgegen, so daß er überrascht aufblickte.
„Was mein Herr Bruder denkt? Der denkt
gewiß, daß ihr alle eine Hammelherde seid, die sich
vor einem Gewitter geflüchtet hat. Nun, so gefährlich
wie ein Gewitter ist mein Bruder nicht, was, Eduard?“
Die Mädchen kicherten, und das vorlaute Lottchen
machte sogar einen „Witz“, indem sie sich ausbat,
das einzige Lamm unter den Hammeln zu sein.
Eduard reichte Klara die Hand und fühlte, daß
die ihrige brennend heiß war und zitterte, als er
sie drückte. Und täuschte er sich nicht, so ging dieses
Zittern durch Klaras ganzen Körper. Er wußte,
was das zu bedeuten hatte. Gerade so süß durch—
            
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