„Schuft!‘“ stieß sie wieder hervor.
„Haßt du mich nun?“ fragte er sie.
Luise schüttelte sich:
„Du bist ein Tier, vor dem man sich ekelt.‘““
„So ist’s recht!‘
Sie suchte sich zu befreien, aber er schloß sie fest
in seine Arme.
„So mag ich dich!‘ kläffte er mit heißem Atem
und küßte sie; immer leidenschaftlicher, je mehr sie
sich sträubte.
VIII.
Am 20. Dezember kam Harry mit Aletto nach Ber-
lin. Frau Fanny und Luise erwarteten sie an der Bahn.
Aletto war rot und verlegen wie ein Knabe, als
er Luise die Hand reichte. Sie sah ihm fest in die
Augen, und er sah zur Erde — beschämt wie ein
Kind.
„Gratulier’ ihm!“ rief Harry seiner Schwester zu.
„Er hat auf der Weihnachtsausstellung den ersten
Preis für das Porträt eines jungen Mädchens erhalten;
etwas ganz Außergewöhnliches für einen Dreißig-
jährigen. Aber das Bild hat’s verdient.‘
Harry ließ die Mutter los, trat zu Luise und sah
ihr ins Gesicht.
„Teufel, jal‘“ rief er. „Du bist dem Bilde in
den paar Monaten wahrhaftig ähnlich geworden. Aber
so sahst du früher nicht aus.“ Er ließ nicht einen
Blick von ihr. „Wie ist denn das nur möglich, in
den paar Wochen?“
„Laß sie nur!‘ sagte die Mutter. „Sie hört es nicht
gern.‘
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