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V.

Volltext: Lu, die Kokotte / Landsberger, Artur (Public Domain)

Ich wollte schon, als ich jetzt in Berlin war, mit 
Dir davon sprechen. Aber der traurige Anlaß und 
die kurze Zeit schienen mir ungeeignet. 
Als ich wieder nach Rom kam, holte er mich 
von der Bahn, und in seinen Augen standen tau- 
send Fragen nach Dir. Und so sagte ich ihm — 
eho er mich fragte: „Es geht ihr gut.‘ 
Aber ich merkte schon, als wir vom Bahnhof 
aus zu mir nach Hause fuhren, daß er irgendeine 
große Freude mit sich herumtrug, und daß es 
ihm schwer fiel, mir nicht davon zu sprechen. 
Je näher wir zur Villa kamen, um so deutlicher 
sah ich es. 
„Laß mich vorausgehen‘“, sagte er, als wir zu 
Hause waren. Er riß alle Vorhänge auf, schob 
die Gardinen zur Seite und führte mich vor eine 
Staffelei, auf der in Lebensgröße . ... Dein Bild 
hing. Er hatte es, während ich fort war, aus dem 
Gedächtnis, mehr wohl noch aus dem, was ich 
ihm von Dir erzählte — denn Ihr saht Euch ja 
nur ein einziges Mal — auf die Leinewand ge- 
bracht. 
„Wer ist's?“ rief er. Ich sah ihn nie strahlen- 
der, obschon so etwas wie ein Bangen in seinen 
Augen lag; er sorgte, ich könnte Dich nicht er- 
kennen. 
„Siel‘ sagte ich nur, und er drückte mir die 
Hand und sagte mit Tränen in den Augen: 
„Nicht wahr, so sieht sie aus?“ 
Ich habe nie ein Bild gesehen, in dem mehr 
Seele lag. Ich habe Stunden vor diesem Bilde ge- 
standen; und so wenig ähnlich es mir im ersten 
Augenblicke schien — ich kann seitdem nicht mehr 
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