Mann freundlich zu, riß die Türen auf und ließ sie
vor.
Der Empfang war sehr herzlich.
„Wie gut es ist, wenn man Freunde hat‘, sagte
Berthe,
„Nur scheinst du etwas viel zu haben‘“, erwiderte der
Geheimrat.
„Fängst du schon an, eifersüchtig zu werden?“
fragte sie. „Ich bin, seitdem ich mit Helldorf verkehre,
kaum mit einem andern Mann zusammen ge.
wesen.‘
Der Geheimrat lächelte, „Und früher?“ fragte er.
„Was soll das heißen? Willst du ein Verzeichnis
haben? — Verlaß dich drauf, ich habe nie eine
Geschmacklosigkeit begangen. Hatte das glücklicherweise
auch nicht nötig und konnte stets wählen, was
mir gefiel.“
„Um so erstaunlicher, was für Wege dein Geschmack
manchmal geht‘, erwiderte der Geheimrat.
„Sag’, was du meinst,‘ bat Liane, „anstatt Versteck
mit mir zu spielen.‘“
„Ich meine meinen (Vetter, den Oberlehrer
Dr. Sasse“, sagte der Geheimrat ernst.
Liane lachte laut und herzlich.
„Ach der!‘ rief sie. „„Himmlisch! Wie oft denke
ich an den Mann mit dem bunten Vorhemd und der
griesligen Jägerwäsche — ah!“ — Sie schüttelte sich
und zog die Schultern hoch. — „Es juckt, wenn ich
nur daran denke! Der lebt auch noch?“
„Warum soll er nicht leben?‘ erwiderte der Geheimrat;
„ich wundere mich nur, daß du an ihm
Gefallen finden konntest.“
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