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LII.

Volltext: Lu, die Kokotte / Landsberger, Artur (Public Domain)

Als der Geheimrat wieder ins Bureau kam, fand 
er unter anderem einen Rohrpostbrief von dem Pro- 
fessor vor, der schrieb: 
„Lieber Theodor! Du hast mich vor eine schwere 
Entscheidung gestellt. Nach reiflichem Erwägen bin 
ich bereit, Deinen Wunsch zu erfüllen. Luise soll 
rehabilitiert werden. Ich muß dies Opfer meiner 
persönlichen Überzeugung bringen, weil es im Inter- 
esse der Allgemeinheit liegt. Bin ich mir auch 
bewußt, in diesem Einzelfalle gegen die Moral zu 
verstoßen, so geschieht’s, weil ich mir dadurch die 
Möglichkeit schaffe, als Volksvertreter meine ganze 
Persönlichkeit für die Befestigung der sittlichen 
Grundlagen des deutschen Volkes einzusetzen. 
Vergiß nicht Marienwerder, Friedberg-Büdingen. 
Beste Grüße 
Dein Onkel.‘ 
Der Geheimrat lächelte, dann nahm er einen Rot- 
stift und unterstrich dick die Worte: „Luise soll 
rehabilitiert werden“. 
Er schloß den Schreibtisch auf, nahm einen Brief- 
bogen und schrieb an Berthe de Cyliane, daß. er alles 
ihrem Wunsche gemäß geregelt habe und voller Sehn- 
sucht die Einlösung ihres Versprechens erwarte. 
LU, 
Liane stürzte sofort nach Empfang des Briefes zum 
Geheimrat; vorher hatte sie Werner verständigt und 
sich zum Lunch mit ihm ein Rendezvous gegeben. 
Als sie diesmal den kleinen Vorraum, der in Walthers 
Privatbureau führte, betrat, lächelte ihr der junge 
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