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LI.

Full text: Lu, die Kokotte / Landsberger, Artur (Public Domain)

N . und er verlangte, daß Fritz, sein Sohn, mein 
Bräutigam .. * 
„Ich weiß‘, sagte der Geheimrat und machte eine 
Verbeugung. 
„+... mich begleite.“ 
„Warum hat er es nicht getan?‘ fragte der Ge- 
heimrat. „Es wäre mir eine große Freude gewesen.“ 
Liane fiel aus der Rolle. 
„So?“ sagte sie gekränkt; aber sie besann sich 
schnell. „Ich wollte es nicht‘, sagte sie. „Ich bat ihn, 
mich allein zu lassen, denn es schien mir sicherer, 
und ich habe ja nun gesehen, wie recht ich hatte.“ 
Der Geheimrat bat jetzt ganz förmlich um Ent- 
schuldigung; Liane zog Helldorfs Brief aus der 
Tasche und überreichte ihn mit einem verbindlichen 
Lächeln. Der Geheimrat las aus diesem Lächeln Ver- 
gebung. In Wahrheit aber war es die Freude über 
ihren Triumph. 
Richtig, jetzt entsann sich der Geheimrat, daß man 
seine Nichte seinerzeit auf Anregung seiner Frau nach 
Paris zu Berthe abgeschoben hatte; und er wußte 
auch aus einem Brief seiner Schwägerin, daß Luise 
wegen versuchter Erpressung an einem ihrer Lieb- 
haber aus Paris fortmußte und irgendwohin, nach 
Argentinien oder so ähnlich, ausgewandert war. 
Als er das damals las, glaubte er bestimmt, nun 
endlich zum letzten Male etwas von ihr gehört zu 
haben. Er war daher erstaunt und wenig erbaut, 
daß sie doch plötzlich wieder, und zwar im Zusam- 
menhang mit Helldorfs und dieser Berthe, an der 
er noch heute mit Leidenschaft hing, auftauchte. 
„Ich bin ganz der Ansicht Ihres Herrn Bräuti- 
gams,‘“ sagte der Geheimrat, „daß man derartige Re- 
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