N . und er verlangte, daß Fritz, sein Sohn, mein
Bräutigam .. *
„Ich weiß‘, sagte der Geheimrat und machte eine
Verbeugung.
„+... mich begleite.“
„Warum hat er es nicht getan?‘ fragte der Ge-
heimrat. „Es wäre mir eine große Freude gewesen.“
Liane fiel aus der Rolle.
„So?“ sagte sie gekränkt; aber sie besann sich
schnell. „Ich wollte es nicht‘, sagte sie. „Ich bat ihn,
mich allein zu lassen, denn es schien mir sicherer,
und ich habe ja nun gesehen, wie recht ich hatte.“
Der Geheimrat bat jetzt ganz förmlich um Ent-
schuldigung; Liane zog Helldorfs Brief aus der
Tasche und überreichte ihn mit einem verbindlichen
Lächeln. Der Geheimrat las aus diesem Lächeln Ver-
gebung. In Wahrheit aber war es die Freude über
ihren Triumph.
Richtig, jetzt entsann sich der Geheimrat, daß man
seine Nichte seinerzeit auf Anregung seiner Frau nach
Paris zu Berthe abgeschoben hatte; und er wußte
auch aus einem Brief seiner Schwägerin, daß Luise
wegen versuchter Erpressung an einem ihrer Lieb-
haber aus Paris fortmußte und irgendwohin, nach
Argentinien oder so ähnlich, ausgewandert war.
Als er das damals las, glaubte er bestimmt, nun
endlich zum letzten Male etwas von ihr gehört zu
haben. Er war daher erstaunt und wenig erbaut,
daß sie doch plötzlich wieder, und zwar im Zusam-
menhang mit Helldorfs und dieser Berthe, an der
er noch heute mit Leidenschaft hing, auftauchte.
„Ich bin ganz der Ansicht Ihres Herrn Bräuti-
gams,‘“ sagte der Geheimrat, „daß man derartige Re-
208