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XXX.

Full text: Lu, die Kokotte / Landsberger, Artur (Public Domain)

Höhe. „Steht das da?‘ und sie wies auf den 
Brief. 
„Du hörst doch, warum sollte er sonst ‚Arme Lu‘ 
schreiben.‘ 
„Lies weiter‘, drängte Lu. 
Liane fuhr fort; mit Tränen in der Stimme. 
„Arme Lu, ich bin im Vestibul, um Sie abzuholen; 
die Luft wird Ihnen gut tun; kommen Sie! Ihr Werner 
Geldern.“ 
„Nun?“ fragte Lu und lachte. „Ist er tot?“ 
„Ich muß sagen,“ erwiderte Liane und schüttelte 
den Kopf, „so etwas Unklares ist mir noch nicht 
vorgekommen; gewiß will er es dir schonend bei- 
bringen.‘ 
Lu sprang aus dem Bett, stürzte zum Schreibtisch, 
schrieh: 
„Guten Morgen, lieber Doktor; in einer Viertel- 
stunde bin ich bei Ihnen! Lu.“ 
Dann klingelte sie nach Selma und bestellte Tee. 
„Nein, diese Ruhe!‘ dachte Liane. „Sie hat doch 
weniger Gemüt, als ich annahm. Wenn ich denke, 
wie stolz und aufgeregt ich wäre, wenn sich meinet- 
wegen...“ 
„Du wirst also, während ich fort bin, die Reporter 
empfangen‘‘, sagte Lu; goß den Tee herunter, gab 
ihr die Hand. „Lebe wohl, Liane!“ 
„Herrgott, du bist schon fertig?‘‘ Selma lief bis 
auf den Flur nach, schloß schnell noch eine Öse 
und rückte eine Schleife gerade. 
„Madame Lu ist ganz verändert seit gestern‘, sagte 
Selma, als sie wieder ins Zimmer trat. 
„Heut früh ist einer der reichsten jungen Leute 
In 
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