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XXIX.

Full text: Lu, die Kokotte / Landsberger, Artur (Public Domain)

werden nie das töten können, was da innen sitzt‘ 
und er wies auf sein Herz — „den Gegendruck 
die Verantwortung — die Reaktion — nennen 
Sie’s, wie Sie wollen; — das aber ist Ihr Verhäng- 
nis! — Sie werden niemals eine Kokotte 
werden!“ 
Lu nickte. — „Da haben Sie recht‘, sagte sie. 
„Das ist ja mein Unglück.‘ 
„Und mir, sehen Sie, geht es ähnlich. Ich habe 
alles, was in mir an Tiefe des Gefühls und an Lei- 
denschaft lebte, einmal im Leben als Einsatz für 
ein Glück gewagt.“ 
„Und?“ fragte Lu und hing an seinem Munde. 
Er sah sie verzweifelt an. 
„Ich habe verspielt!‘‘ wiederholte er. „Ich hatte 
auf eine Frau gesetzt, die auf jeden, der sie sah, 
den Eindruck eines gütigen und sanften Kindes 
machte, im Gegensatz zu Ihnen, die Sie bestimmt 
allen kalt und lieblos scheinen; die in Wahrheit aber 
eine kalte, lieblose und verlogene Dirne war, — 
wie Sie nach meiner Überzeugung ein gefühlvolles, 
treues und gütiges Geschöpf sind! — — Das ist 
meine ganze Geschichte‘, sagte er nach einer Weile. 
„Und nun die Ihrei“ 
Er nahm ihre Hand, umschloß sie leicht; und 
sie erzählte . .. alles; von Anfang an; bis zu der 
Stunde! — — 
Als sie zu Ende war, hielt er noch immer ihre Hand; 
sie weinte jetzt; aber ihr war leichter. 
„Arme Lul‘“ sagte er und fuhr sich mit der Hand 
über das Gesicht, das naß von Tränen war; er schüt- 
telte den Kopf: 
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