mes Kind... und dich nach ihm bangst . . . Mutter!
!‘“ schrie sie ganz laut und rang die Hände, „,. .. wo,
wo bist du? So komm’ doch und laß mich nicht
allein! Hilf doch! Ich gehe ja unter.“
„Mutter! !‘“ kreischte sie in die stille Nacht.
Entsetzt wandte sich der Chauffeur um. Luise
stand hoch aufgerichtet im Wagen und stierte mit
weitgeöffneten Augen zum Himmel. Es war sternklare
Nacht. Er wagte nicht, sie anzureden; erst nach einer
Weile fragte er leise:
„Madame, soll ich umkehren?“
„Ja‘“, sagte sie tonlos und nannte ihre Wohnung.
Zwei Briefe lagen auf ihrem Schreibtisch. Sie öffnete,
las:
Süßer Schatz! Ich biete Dir 2000 Fr. pro Monat,
wenn Du bei mir bleibst. Glaub’ mir, es ist
nicht so einfach, in Paris von heut auf morgen
Ersatz zu finden!
"TPaysend Küssel
Marcel.
Der zweite Brief:
Berlin, den 7. Mai 1912.
Liebe Luise! An Stelle Deines Bruders, der mit
seinem Freunde auf einer Weltreise begriffen ist,
habe ich Dir namens der Familie die Mitteilung
zu machen, daß am 4. Mai Deine liebe Mutter
am Herzschlage gestorben ist. Die Beerdigung hat
gestern in aller Stille stattgefunden. Da sie kein
Vermögen hinterlassen hat, so erübrigt sich eine
weitere Korrespondenz.
Prof. Dr. Mallinger, Stadtrat.
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