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XVIII.

Full text: Lu, die Kokotte / Landsberger, Artur (Public Domain)

entsprechend‘ ablehnen und belächeln, suche ich sie 
mir außerhalb des Hauses. Und mir scheint diese 
Luise dafür besonders geeignet.“ — 
„Da kommen sie!‘ unterbrach ihn Henri, und aus 
dem Lift stiegen Berthe und Luise. 
„Sie haben lange gewartet?“ fragte Luise und sah 
Marcel fest in die Augen. 
„Seit ich Sie gestern verließ‘, antwortete Marcel. 
„Oh“, erwiderte Luise. 
„Und Sie?“ 
„Ich habe geschlafen‘, sagte sie treuherzig; „ich 
habe fest geschlafen bis vor einer halben Stunde. 
Ich habe zu viel getrunken gestern und zu viel ge- 
sprochen, scheint mir; mir sind noch jetzt alle Glie- 
der so schwer wie gestern abend — —- “ 
Sie fuhren zu Armenonville. Alles rings war in 
Blüte! In einer Laube, die tief im Garten hinter dem 
Grün von tausend jungen Sträuchern lag, stand die 
mit roten Rosen besäte Tafel. 
Erst gegen Abend brachen sie auf, um durch den 
Frühling nach Versailles zu fahren. 
Da sagte Marcel‘ Luise alles. Er sprach mit Wor- 
ten von seiner Liebe, die sie rührten; erzählte ihr 
von seinen Eltern und daß er sie heiraten werde — 
auch gegen deren Willen. 
Luise gab sich ganz der Stimmung hin. Sie glaubte 
ihm und war ihm dankbar. 
Als sie auf der Terrasse des Hotel des Röservoirs zu 
Abend aßen, machte Berthe den Vorschlag, über 
Nacht zu bleiben. Luise widersprach nicht. Als sie 
auf ihre Zimmer gingen, schloß Marcel sie in seine 
Arme. 
„Bleibst du bei mir?“ fragte er zärtlich. 
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