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XV.

Full text: Berliner Mädel / Zapp, Arthur (Public Domain)

287 — 
gefaßten Entschluß zu beharren. Gerade weil sie 
ihn noch immer liebte und achtete ... 
Die Grübelnde schlug das Buch zu und erhob 
fich. „Gute Nacht!“ 
Tante Minna kam gleich hinter ihr in den 
Flur geschlüpft. Der alte Wernicke schlief seit 
einiger Zeit in der Küche, Tante Minna teilte mit 
Lenchen die Schlafkammer während Klara noch 
immer in dem Wohngzimmer ihr Bett stehen hatte. 
Diese Anordnung hatte Tante Minna in Klaras 
Interesse getroffen, damit sie ungestört des Abends 
Toilette machen und heimlich entwischen und zu— 
rückkehren konnte, ohne daß Lenchen oder gar der 
Alte es merkte. 
Klara blieb stehen und wandte sich zu der 
Alten um. 
„Daß Lenchen noch immer nicht da ist!“ 
„Aber es ist doch eben erst zehn,“ entgegnete 
Tante Minna eifrig. „'ne halbe Stunde Weg hat 
sie doch beinahe und vor elfen jehn sie doch jewiß 
nich auseinander. Lege Dir man ruhig in's Nest. 
Ich passe Obacht und lasse ihr in.“ 
Klara aber blieb vor ihrer Tür noch einmal 
stehen. Es kam mit einem Male eine Unruhe, 
ein Argwohn über sie. Sie drehte sich rasch zu 
der hinter ihr Stehenden um und sah ihr scharf, 
forschend ins Gesicht. 
„Ist das auch wahr, das mit dem Geburtstag, 
Tante Minna?“
	        
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