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Sie erglühte bis zur Stirn und zog ihre Fin—⸗
ger mit instinktiver Bewegung für einen Moment
zurück.
„Armes Kind!“ wiederholte er. „Das ist doch
einfach furchtbar. So vor Krethi und Plethi auf
den Knien zu liegen!“
„Angenehm ist's nicht immer,“ stimmte sie
eifrig zu. „Es gibt so unhöfliche Menschen.“
Er schüttelte entrüstet mit dem Kopf. „Wirk—⸗
lich? Aber kann man denn gegen eine so hübsche,
nette junge Dame anders als höflich und galant
sein?“
Sie erhob sich.
„Paßt er?“
Er streckte seinen Fuß aus und betrachtete den
eng anliegenden eleganten Stiefel mit Wohl—
gefallen.
„Wie angegossen, Fräulein ... Aber —“ er
lächelte site mit seinen dreisten Blicken an — „ich
möchte mir doch noch gern ein Weilchen das Ver—
gnügen Ihrer Gesellschaft bereiten. Seien Sie
mir darum nicht böse, wenn ich Sie bitte, mir noch
ein anderes Paar —“
„Sehr gern!“
Sie bückte sich rasch nach einem der auf dem
Boden stehenden Kartons, um ihm nicht die flam—
mende Röte sehen zu lassen, die ihr die geheime
Erregung, das Vergnügen und die geschmeichelte
Eitelkeit ins Gesicht trieben.