Path:
VIII.

Full text: Berliner Mädel / Zapp, Arthur (Public Domain)

J 
die Abfahrtszeit gekommen war. Sie setzten das 
Gespräch nicht fort; stumm standen sie sich eine 
Weile gegenüber; seine Lippen bewegten sich zwar 
und er schien etwas leise vor sich hinzumurmeln, 
aber sie verstand nicht, was es war. Nur nach sei— 
nen leuchtenden Blicken, nach seinen verzückten 
Mienen, die wie verklärt strahlten, konnte sie ver⸗ 
muten, daß es Worte der Bewunderung, des 
Dankes, der Freude waren. 
Sie verabschiedete sich und sprang die Treppen 
hinauf. Er starrte ihr nach, jede ihrer Bewegun— 
gen förmlich verschlingend, in sich aufnehmend. 
Oben drehte sie sich noch einmal nach ihm um, um 
ihm ein letztes Lebewohl zuzuwinken. Er schwenkte 
seinen Hut und wieder bewegten sich seine Lippen, 
als habe er ihr noch etwas zu sagen. 
Während der nächsten Tage lag Alma in be— 
ständigem Kampfe mit sich. Ihre Aufregung und 
Unentschlossenheit wuchsen, je weiter die Woche vor⸗ 
schritt. Sie rief sich unaufhörlich Paul Schirmers 
Worte, sein Verhalten, sein ganzes Wesen ins Ge— 
dächtnis. War es nicht Menschenpflicht, seine Bitte 
zu erfüllen? Aber hatte sie nicht auch Pflichten 
gegen seine Frau, gegen ihre Eltern, gegen sich 
—O 
anderen zu vereinbaren? Je länger sie sich in diese 
Frage vertiefte, desto mehr wuchsen ihre Zweifel, 
ihr geheimes Bangen. 
Als der Sonntag kam, war sie wie im Fieber.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.