Path:
VI.

Full text: Berliner Mädel / Zapp, Arthur (Public Domain)

127 
„da glaube ich im Recht zu sein, da bin ich nach 
wie vor der Ansicht, das gute, das sittliche zu 
wollen. Frieda liebt mich und ich liebe sie und da 
haben wir doch wohl das Recht “ 
Der Zorn des alten Manes aber war keines— 
wegs verraucht, sondern im Gegenteil, noch wü— 
tender als vorher schlug er auf den Tisch. 
„Gar kein Recht haben Sie,“ schrie er. „Ver⸗ 
stehen Sie mich: gar kein Recht! Alles, was Sie 
da sagen, ist Quatsch — hören Sie, Quatschl Und 
ehe ich zugebe, daß meine Tochter Ihre Frau wird, 
eher will ich mich begraben oder bei lebendigem 
Leibe rösten lassen. So!“ 
Herr Vogt stand mit bezeichnender Gebärde 
auf. „Nun haben wir wohl einander nichts mehr 
zu sagen, Herr — Ihren Namen habe ich wahr⸗ 
haftig vergessen“ 
Er sagte das letztere mit ostentativer Gering— 
schätzung und blutigem Hohn. 
Aber der Buchhalter lächelte beinahe freundlich 
„Bruno Geisler,“ erwiderte er. Und plötzlich 
ernst werdend, fügte er mit Betonung hinzu: „Der 
Name wird vielleicht doch noch manchmal an Ihr 
Ohr klingen und sich Ihrem Gedächtnis einprägen.“ 
Der Beamte machte eine wegwerfende, nicht⸗ 
achtende Geste. 
„Ich glaube kaum.“ 
dazu.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.