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„Was willst du?“ entgegnete mein Vater aͤrger⸗
lich und wollte an ihr vorbei.
„Sieh doch nur in den Spiegel, Benjamin —
und du wirst dein blaues Wunder erleben.“
Mein Vater zog seinen Taschenspiegel hervor
und betrachtete sich ernsthaft.
„Hu,“ machte er, „nicht uͤbel.“ Dann schmun⸗
zelte er uͤber das ganze Gesicht und sagte: „So ein
verflixter Junge!“
Nun versuchte er, sein Haar wieder in Ordnung
zu bringen, merkte aber bald, daß das nicht so leicht
ging. Ich hatte gute und solide Arbeit geliefert.
Die Mutter mußte ihm helfen und verwuͤnschte mich
hundertfach, weil die Zoͤpfe so fest geflochten waren
und vom Oele trieften.
Endlich konnte mein Vater seinen Patienten
empfangen.
„Komm einmal herauf, mein Soͤhnchen!“ rief
die Mutter mit einer Stimme, die nicht Gutes ver⸗
hieß.
Ich machte mich auf das Schlimmste gefaßt
und folgte. Am liebsten haͤtte ich Reißaus ge⸗
hommen.
„Der Vater hat dir etwas Wichtiges zu sagen,
mein Jungchen! — Geh nur hinein!“ fuͤgte sie
liebkosend hinzu.