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VII.

Full text: Unser Haus / Hollaender, Felix (Public Domain)

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Sprich, was bleibt bei all dem Gehorsam von mir 
selber uͤbrig?“ 
Er schuͤttelte traurig den Kopf und schwieg. 
Hand in Hand standen wir ein Weilchen still da. 
Dann fuhr ich fort: 
„Was haben wir vom Leben — ich und du? — 
Nicht so viel —“ 
Ich knipste Daumen und Zeigefinger zusammen. 
„Gestoßen und gepufft werden wir und duͤrfen 
nicht einen Augenblick tun, was wir moͤchten. Ein 
Hund hat es besser.“ 
Er wollte etwas einwenden, aber ich unter⸗ 
brach ihn: 
„Nein, laß mich ausreden und hoͤre mich zu 
Ende an: Mit dem fruͤhen Morgen beginnt es be⸗ 
reits. Darf ich es mir beispielsweise einfallen lassen, 
durch die Zimmerstraße in die Schule zu gehen, statt 
durch die Kochstraße? — Quarkspitzen! Ich kaͤme 
um eine Minute zu spaͤt und haͤtte meine Schelte 
weg! — — Tagaus, tagein muß man durch die 
Nochstraße gehen, und an der Jerusalemer Kirche 
steht an jedem Morgen der alte Bettler und sieht 
einen ordentlich strafend an, wenn man nichts fuͤr 
ihn uͤbrig hat — du weißt doch, der mit den beiden 
Kruͤcken und dem großen, langen Bart. — Dann 
kommt man in die Klasse und soll sich nicht auf
	        
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