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Full text: Unser Haus / Hollaender, Felix (Public Domain)

338 — 
liege in Kraͤmpfen, verdrehe die Augen und kralle 
in Todesqualen die Finger in die weißen Kissen. 
Der Vater schleppt sich muͤhselig die Treppe 
herunter. 
Auf seinen stummen Wink verlassen Frau Senz 
und Else mit verstoͤrten Gesichtern das Zimmer. 
Nun richtet sich Grete Senz in ihren Kissen auf, 
kreidebleich ist sie . . .und das schwere, blonde Haar 
faͤllt ihr aufgeloͤst uͤber die weißen, schmalen 
Schultern. 
Klar sind ihre Sinne. 
Zwei dem Tode geweihte Menschen sehen sich 
ins Antlitz — ein alter Mann und ein bluͤhendes, 
junges Menschenkind. 
Sie weiß, daß sie sterben muß — und keine 
Todesangst verzerrt die einzig schoͤnen Zuͤge, wenn 
auch der Leib sich unter Schmerzen kruͤmmt. Mit 
uͤbermenschlicher Kraft und gebrochener Stimme 
beichtet sie meinem Vater und gibt ihm am Ende die 
eng beschriebenen Blaͤtter, auf denen sie den Jammer 
ihres Daseins gebucht hat. Um einen letzten Liebes⸗ 
dienst fleht sie, der Vater soll Mutter und Schwester 
nichts verraten, damit Else den Weg zum Altar 
findet und die Mutter nicht zusammenbricht. 
Der Vater nickt mit eherner Miene der Weg—
	        
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